Ermittlungen nach Tod von Vierjährigem
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Der Rettungsdienst, der am Montag in Ahlen zusammen mit dem Notarzt zur Arztpraxis gerufen worden war, konnte nichts mehr ausrichten. Der vierjährige Junge war bereits tot.
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Am Tag zuvor hatten die Eltern mit ihrem Sohn den Kinder- und jugendmedizinischen Notfalldienst an der Kinderklinik aufgesucht.

Nach Angaben aus dem Umfeld der Familie habe der Junge hohes Fieber gehabt und unter Magen-Darm-Problemen gelitten. Beim Kinder- und jugendmedizinischen Notfalldienst seien die Eltern mit dem Hinweis abgewiesen worden, dass Tabletten und ausreichend Schlaf zur Genesung des Kindes beitragen würden.

Am Tag darauf seien die Eltern mit dem Jungen zum Kinderarzt gefahren. Dort soll das Kind im Arm seines Vaters gestorben sein. Notarzt, Rettungsdienst und Kriminalpolizei wurden zur Praxis gerufen. Die Familie steht unter Schock. „Die Trauer ist noch sehr frisch“, sagte eine Bekannte der Eltern im Gespräch mit dem „AT“. Am Mittwochmittag fand in der Ditib-Moschee eine Trauerfeier für den Jungen statt, der in den kommenden Tagen in der Türkei beigesetzt werden soll. Noch am selben Abend flogen die Eltern in ihr Heimatland, um die Beerdigung vorzubereiten.

Volker Tenbohlen, Pressesprecher der Franziskus-Stiftung in Münster, teilte im „AT“-Gespräch mit: „Das Kind wurde am Sonntagvormittag von einer Kinderärztin, die an diesem Tag Bereitschaft hatte, untersucht und auch behandelt.“ Träger dieser Einrichtung sei die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe. Die Franziskus-Stiftung stelle lediglich die Behandlungsräume bereit.

Wie Oberstaatsanwalt Heribert Beck auf „AT“-Anfrage mitteilte, wurde der Körper des Jungen bereits obduziert, um die Todesursache zu klären. Dennoch seien weitere Untersuchungen notwendig. Die Auswertung könne mehrere Wochen in Anspruch nehmen.

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