Fabian Recker kehrt der SPD den Rücken
Bild: Patrick Seeger/dpa
Aus Frustration über die Bundespolitik der SPD hat Fabian Recker aus Ahlen jetzt den Sozialdemokraten den Rücken gekehrt.
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Zudem stand er seit vier Jahren an der Spitze der Jusos. Seine Entscheidung begründet Recker, der sich im Alter von 14 Jahren der SPD anschloss, mit seiner Enttäuschung über die Parteispitze sowie „die seit Jahren frustrierende Bundespolitik“. Einen Verbleib in der SPD habe er nicht länger mit sich vereinbaren können.

Besonders verärgert hat Recker das Verhalten der Parteispitze seit der Bundestagswahl. „Zunächst wurde groß der Gang in die Opposition angekündigt, der sich schnell erledigt hatte. Dann war Martin Schulz als Minister im Gespräch, obwohl er angekündigt hatte, kein Minister unter Merkel zu werden. Hätte es nicht so einen großen öffentlichen Aufschrei gegeben, wäre er wahrscheinlich Minister geworden. Dafür wurde Sigmar Gabriel, der in Umfragen beliebteste SPD-Politiker der vorherigen Bundesregierung, nicht Minister der neuen Regierung.“ Für Recker ist Andrea Nahles „die völlig falsche Person für den Posten“ der SPD-Vorsitzenden. Sie werde die Partei nicht aus ihrem Abwärtstrend herausholen. „Dieser Zickzack-Kurs, der fahrlässige Umgang mit dem Vertrauen der Bürger und das Bedienen von persönlichen Interessen kann ich nicht mehr mittragen“, schreibt Recker. Aus der Kommunalpolitik habe er gelernt, wie wichtig Vertrauen sei. Die SPD habe fahrlässig Vertrauen verspielt – für Recker „nicht mehr hinnehmbar“.

Vier Jahre stand Fabian Recker an der Spitze der Jusos Ahlen.

Zuletzt habe Recker nur noch die Arbeit auf kommunalpolitischer Ebene in der SPD gehalten, die ihm sehr viel Spaß bereitet habe. „Ich hielt sie immer für sehr wichtig und tue dies auch weiterhin. Da mich zuletzt aber die Parteispitze und die Bundespolitik so sehr frustriert haben, sehe ich mich nicht mehr dazu in der Lage, in der SPD zu bleiben. Eine Sache zu unterstützen, hinter der ich nicht mehr stehe, kann ich nicht. Das wäre nicht konsequent.“

Recker habe bereits den Ortsvereinsvorsitzenden (Frank Viehfeger, Anm. der Redaktion) informiert. Für die Jusos Ahlen habe sich schon jemand gefunden, der den Vorsitz übernehmen werde. Wer das ist, da wollte Recker nicht vorgreifen. „Mein ehrenamtliches Engagement in zahlreichen Vereinen wird durch diese Entscheidung nicht beeinträchtigt“, schließt Recker. „Im Gegenteil: Ich habe vor, dieses in Rahmen meiner Möglichkeiten weiterhin zu vertiefen.“ Für die Zukunft hofft er, „dass die SPD wieder zu sich selbst findet“.

Er wünscht seinen ehemaligen Parteikollegen alles Gute und hofft, dass sie noch weiterhin gute Arbeit vor Ort leisten.

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