Facebook-Gruppe unterstützt Flüchtlinge
Bild: Detlef Peter Jotzeit
Isabel Merkens und Oliver Welberts wollen sich mit der erst vor kurzem gegründeten Facebook-Gruppe „Ahlener helfen den Flüchtlingen“ für Menschen in Not einsetzen. Unter anderem planen sie die Einrichtung einer Kleiderkammer in der ehemaligen Bodelschwinghschule.
Bild: Detlef Peter Jotzeit

Dazu gehört seit kurzem auch die Facebook-Gruppe „Ahlener helfen den Flüchtlingen“.

Den Stein ins Rollen gebracht hat Isabel Merkens (39). Sie war in dem sozialen Netzwerk auf eine Gruppe in der Nachbarstadt Hamm aufmerksam geworden, die sich ebenfalls für Flüchtlinge engagiert und unter anderem eine Kleiderkammer in der zur Flüchtlingsunterkunft umgebauten Alfred-Fischer Halle betreibt.

In der bereits seit längerer Zeit bestehenden Facebook-Gruppe „Ahlener helfen Ahlenern“ regte Merkens an, in ähnlicher Weise aktiv zu werden.

„Es gab viele positive Rückmeldungen“, sagt die OP-Krankenschwester, die in der Uniklinik Münster in der Herz-Chirurgie arbeitet. Schließlich habe Oliver Welberts ihre Idee aufgegriffen und die neue Gruppe gegründet. Allerdings nicht ohne sie selbst und mit Jennifer Willner noch eine weitere Administratorin einzubinden, um die Gruppe zu verwalten.

Nach nur zwei Wochen zählt die Gruppe mittlerweile mehr als 270 Mitglieder. „In Hamm sind es mehr als 1500“, sagt Merkens, die auf einen weiteren Zuwachs hofft.

Besonders am Herzen liegt der dreifachen Mutter eine Kleiderkammer für Flüchtlinge. „Wir wollen die Sachen kostenlos abgeben“, unterstreicht sie. Schließlich verfügten die Neuankömmlinge über wenig Taschengeld. „Da wären selbst zwei oder drei Euro für Kleidung zu viel“, ist sie sich sicher.

Dass dieses Prinzip gelingen kann, davon hat sich Merkens am Wochenende in Hamm überzeugt. Zusammen mit dem dortigen Facebook-Gruppen-Gründer habe sie sich alles angesehen und sich inspirieren lassen, sagt sie.

Mittlerweile hat sie Kontakt zum Arbeiter Samariter Bund (ASB) aufgenommen. Der Regionalverband Münsterland des ASB übernimmt den Betrieb der Flüchtlingseinrichtung und tritt zugleich als Investor auf, der die Immobilie für diesen Zweck umbaut. „Der zuständige Mitarbeiter fand unsere Idee mit der Kleiderkammer gut“, so Merkens. Weiter Gespräche folgten kurzfristig.

Kloppenburg: „Wir sind  dankbar für jede Hilfe“

„Wir sind dankbar für jede Hilfe “, unterstreicht René Kloppenburg, der ASB-Projektmanager, der nicht nur für die zukünftige Flüchtlingseinrichtung in Ahlen, sondern auch in der Nachbarstadt Hamm verantwortlich zeichnet.

Grundsätzlich begrüßt er den Ansatz der Ahlener Facebook-Gruppe, eine Kleiderkammer einrichten zu wollen. Das Problem sei aktuell, dass die Gespräche zwischen der Stadt Ahlen, der Bezirksregierung Münster und dem ASB noch liefen und danach noch zahlreiche Baumaßnahmen anstünden. „Das Projekt in Ahlen ist halt noch ein gutes Stück von der Vollendung entfernt“, gibt er zu bedenken. Er geht davon aus, dass das Thema Kleiderkammer erst in zwei oder drei Monaten in Angriff genommen werden kann.

Die Verantwortlichen der Facebook-Gruppe bleiben dennoch am Ball. „Wir sind offen für alle Angebote und Ideen“, macht Merkens deutlich. Wichtig sei ihr eine gute Vernetzung. Als weitere Ansätze nennt sie beispielhaft die Vermittlung von Patenschaften und Deutschkurse für Flüchtlinge. „Aber das muss sich alles noch entwickeln“, räumt sie ein.

Ausführlicher Bericht in der „AT“-Ausgabe vom 24. Juli.

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