„Falscher Polizist“ erschleicht vierstelligen Betrag
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Mit der bereits bekannten Masche meldete sich diesmal ein „Manfred Schneider“, angeblich von der Polizei Ahlen, telefonisch bei der Dame und erzählte die Geschichte von einer rumänischen Bande, die gefasst und bei der eine Liste mit Namen gefunden worden sei, auf der sich auch der Name der Geschädigten befunden habe.

Im weiteren Gesprächsverlauf gelang es dem Anrufer, die Frau davon zu überzeugen, dass er ihre Bankkarte zur Sicherheit sperren müsse und dafür ihre PIN benötige, die er sich sodann am Telefon durchgegeben ließ. Die Bankkarte selbst solle sie in einem Briefumschlag draußen vor ihrer Wohnungstür deponieren. Diese würde kurz darauf von der Polizei abgeholt, sie solle aber die Wohnungstür nicht aufmachen. Die Seniorin wurde während des Gesprächs aufgefordert, nicht aufzulegen, während der Anrufer im Hintergrund angeblich mit dem Staatsanwalt sprach, um mit ihm das weitere Vorgehen zu besprechen.

Gegen 12 Uhr erschien dann tatsächlich ein Mann an der Wohnanlage Pater-Joseph-Schmidt-Straße und klingelte unten an, um Zugang zu dem Gebäudekomplex zu erhalten. Die 89-Jährige öffnete die Haustür und konnte den Abholer des Umschlages mit der Bankkarte durch ein Fenster beobachten. Sie beschreibt ihn wie folgt: männlich, ca. 20 bis 25 Jahre alt, über 1,80 Meter groß und schlank, kein ausländisches Aussehen. Er trug einen hellen Anorak und hatte eine Aktentasche dabei.

Gegen 12.30 Uhr hat der angebliche Polizist „Manfred Schneider“ dann noch einmal bei der Geschädigten angerufen und gesagt, dass alles funktioniert habe. Dies erscheint angesichts der Tatsache, dass um 12.23 Uhr an der Sparkassenfiliale Moltkestraße bereits das verfügbare Tageslimit abgeholt worden war, besonders dreist.

Erfahrungsgemäß sitzen die Anrufer im Ausland und lassen sich nur schwer ermitteln. Sie arbeiten aber, wie in diesem Fall, mit Personen zu­sammen, die sich in Deutschland aufhalten. Die Polizei in Ahlen, Telefon 96 50, bittet daher um Hinweise von Zeugen, die im Tatzeitraum an der Pater-Joseph-Schmidt-Straße oder der Moltkestraße Beobachtungen gemacht haben, die mit der Tat in Verbindung stehen könnten.

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