Finanzielle Hilfe für vier Institutionen
Bürgerstiftung
Die ehrenamtliche Arbeit muss unterstützt werden: Rudolf Pollex, Milena Weßel, Thorsten Pälmke, Bernd Tümmler, Sebastian Richter und Hans-Jürge Rzadki bei der Spendenübergabe.
Bürgerstiftung

Ehrenamtlich geführte Institutionen haben es schwer in der Coronakrise. Deshalb unterstützt die Bürgerstiftung vier von ihnen mit Spenden. Aber auch die Bürgerstiftung ist von der Krise betroffen. So kann die Feier zum zehnjährigen Jubiläum nicht wie geplant stattfinden.

„Ehrenamtliches Engagement ist durch die Coronakrise doppelt betroffen“, stellte der Bürgerstiftungsvorsitzende Hans-Jürgen Rzadki in seiner Begrüßung in der Volksbank Ahlen fest. Zum einen fallen Veranstaltungen weg, die der finanziellen Unterstützung der Arbeit dienen, zum anderen sinke die Spendenbereitschaft. „Ich bitte die Ahlener Bürger, ihre Spendenbereitschaft aufrecht zu erhalten“, appellierte der Vorsitzende deshalb eindringlich.

Die Bürgerstiftung hat aufgrund der Situation beschlossen, zumindest vier Ahlener Institutionen mit insgesamt 5000 Euro zu unterstützen, auch wenn Dutzende Vereine auf Hilfen angewiesen seien. Obwohl Spenden der Theo F. Leifeld Stiftung und des Ahlener Industrie- und Wirtschaftsclubs, private Zuwendungen und Patenschaften in diesem Jahr bis jetzt 16 000 Euro einbrachten, leidet auch die Bürgerstiftung unter Einnahmerückgängen.

Unter den Spendenempfängern war der Tierschutzbund mit seinem Mammut-Tierheim. Deren Mitarbeiterin Milena Weßel machte auf die großen Tierarztkosten aufmerksam, auch stehe das Fliesen eines Hundezwingers an.

Auch der Jupp-Foto-Club wollte im Sommer mit einer Fotoausstellung ein Jubiläum feiern. Vor 20 Jahren wurde Zeche Westfalen geschlossen. Das soll bis Ende des Jahres nachgeholt werden. Der Verein hat allerdings Mühe, seine Nebenkosten zu stemmen, betonte Schriftführer Bernd Tümmler.

50 Jahre Ponystation – auch dieses Jubiläum fiel flach in diesem Jahr. Geplant war eine große Jubiläumsfeier in der Stadthalle. „Die Tiere fressen trotz Krise weiter“, sorgt sich der Vorsitzende Thorsten Pälmke um die Finanzen.

Beim Forum gegen Armut essen die bedürftigen Menschen weiter, griff deren Vorsitzender Sebastian Richter den Ball sinnbildlich auf. Das Forum hat für die Sommerferien ein Lern-Camp für 20 Kinder aus sozial schwachen Familien eingerichtet, 15 haben sich bisher dafür angemeldet. „Gerade für diese Kinder ist Chancengleichheit ein Fremdwort“, erklärte Sebastian Richter.

Auch die Bürgerstiftung trifft Corona. Unter anderem mussten der Grüne Flohmarkt auf dem Marienplatz und der Bürgerbrunch ausfallen. Der jährliche Kinoabend soll bis Ende des Jahres nachgeholt werden, die Verleihung des Förderpreises „Der blaue Turm“ im kommenden Frühjahr. Der Stiftungsratsvorsitzende Rudolf Pollex wies darauf hin, dass Bankspenden und Säuberungsaktionen noch durchgeführt werden konnten.

In den zehn Jahren ihres Bestehens hat die Bürgerstiftung Vereine und Projekte mit einem Gesamtvolumen von 100 000 Euro unterstützt. Das Gütesiegel der Bürgerstiftungen Deutschlands bekam sie in diesem Jahr verliehen. „Wir wollten damals eine Marke schaffen, inzwischen sind wir etabliert“, bilanzierte Gründungsmitglied Bernd Ahlmer. Personell gab es eine Veränderung bei der Stiftung. Marlies Große Frie hat den Stiftungsrat verlassen, Rüdiger Möllenhecker folgte ihr nach.

Zum Ende appellierte Vorstandsmitglied Franz Venker an alle Ehrenamtlichen in der Wersestadt: „Machen sie ihr ehrenamtliches Engagement weiter – auch wenn die Hürden zurzeit groß sind!“ Das dürfe nicht nachlassen.

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