Fliegenplage nervt im Ahlener Osten
Bilder: Detlef Peter Jotzeit
Verärgert über die Fliegenplage ist Michael Leuthardt. Der Ahlener, der am Siemensweg wohnt, rückt den Plagegeistern mit Fliegenklatsche und Klebestrip zu Leibe.
Bilder: Detlef Peter Jotzeit

Verärgert über die Plage ist Michael Leuthardt (55). „Seit vier Wochen machen die Fliegen uns das Leben schwer“, sagt der Sparkassenbetriebswirt. Wenn er nach Hause zum Siemensweg komme, begebe er sich sofort auf die Jagd. 20 bis 30 Fliegen erwische er fast immer, sagt er. U

nd das obwohl er mit seiner Familie schon kräftig aufgerüstet habe, um den Plagegeistern Herr zu werden. Eine Fliegenklatsche liege immer parat, und an der Decke in der Küche baumele ein Klebestrip. „Den müssen wir alle drei Tage austauschen“, berichtet er und ergänzt: „Einfach ekelig“.

Seine neueste Errungenschaft ist ein maßgefertigtes Fliegengitter für die Tür. „Zusammenschiebbar und sündhaft teuer“, verrät er. Solange der Schutz nicht geöffnet werde, sei alles gut. „Aber wenn wir unseren Hund Merlin mal rauslassen, kommen die Fliegen sofort rein – die hängen am Gitter und warten nur darauf, ins Haus zu gelangen.“

Abends auf der Terrasse zu sitzen, sei unerträglich, schildert er die aktuelle Situation. „Wenn wir Besuch haben, wollen alle spätestens nach zehn Minuten ins Haus“, weiß Leuthardt aus Erfahrung. Ganz schlimm werde es, wenn gegrillt werde oder auf dem Tisch Essen stehe. „Das zieht die Viecher magisch an“, sagt er. Vor Kurzem sei ihm der Appetit vergangen. Er habe das Essen weggeworfen, weil sich darauf etliche Fliegen niedergelassen hätten. Warum die lästigen Plagegeister in so gehäufter Form auftreten, ist für ihn ein Rätsel. „Ich habe 14 Jahre in Vellern gewohnt, und da hatten wir in unmittelbarer Nähe Landwirtschaft“, sagt er. Aber so viele Fliegen habe es dort nicht gegeben.

Das bestätigt Rene Schnell (38), der seine Schwiegereltern an der Robert-Bosch-Straße, Monika und Reinhold Koch, besucht. Er habe früher in Herbern recht ländlich gewohnt, sagt er. Doch dort sei es mit den Fliegen erträglich gewesen. „So etwas wie hier habe ich noch nicht erlebt“, stellt er frustriert fest. Zumal das Problem an der Harkortstraße nicht minder schlimm sei. In seiner dortigen Wohnung tummeln sich ebenfalls immer wieder Scharen von Fliegen. „Abends auf dem Balkon sitzen, geht gar nicht“, klagt er sein Leid. Das nerve auch seine Ehefrau Jessica und seinen Sohn Paul (2).

Nach fünf bis sechs Wochen ist der Spuk vorbei

„Seit einigen Jahren tritt das Fliegen-Problem immer wieder auf“, weiß Reinhold Koch (60), der an der Robert-Bosch-Straße wohnt. Meistens im Juli und August. Ein Aufenthalt im Garten sei dann kaum möglich. Fünf bis sechs Woche dauere in der Regel der Spuk, dann sei die Plage vorbei.

Warum die Fliegen so geballt über die Menschen herfallen, weiß das Ehepaar Koch nicht. „Wir lassen keine Lebensmittel rumstehen, und auch die gelben Säcke werden gesondert gelagert“, so Monika Koch (59). Horrorgeschichten weiß ihre Mutter Maria Sohn (81), die im Obergeschoss wohnt, zu erzählen. Vor einiger Zeit hätten bestimmt 100 Fliegen unter ihre Zimmerdecke gehangen. „Da wird einem Angst und Bange.“

Verwunderlich ist für die Familie Koch: Tochter Jennifer, die mit ihrer Familie nur anderthalb Kilometer entfernt am Knüppelsberg wohnt, bereiten die Fliegen keine Sorgen. „Schlimm ist es nur bei hier“, so Reinhold Koch.

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Ausbeute am frühen Abend: 14 Fliegen auf ein Streich hat Silke Bertram in ihrem Haus in Ahlen erlegt. Das Bild zeigt (v. l.) Tanja und Ben-Matti (5) Czerny sowie Silke Bertram.
äglich auf Fliegenjagd geht Silke Bertram (44) am Siemensweg. „Heute Morgen waren es 30“, sagt sie. Am Abend seien noch mal gut 14 hinzugekommen. Dabei achte sie akribisch darauf, dass alle Fenster, die zudem mit Fliegengitter bestückt seien, geschlossen blieben. „Am Dienstag gab es bei uns Pfannenkuchen“, berichtet sie. „Da konnten wir uns vor Fliegen kaum retten.“

In ihrer Verzweiflung habe sie schon nach Gegenmitteln gegoogelt. „Doch noch bin ich nicht wirklich fündig geworden.“ Da hilft vielleicht ein Tipp von Michael Leuthardt. Der setzt seit einigen Tagen noch zusätzlich Lavendelöl und Minze ein. „Ob das wirklich hilft, muss sich aber erst noch zeigen“, räumt er ein.

Ausführlicher Bericht in der „AT“.Ausgabe vom 19. August.

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