Forum gegen Armut sucht Sponsoren
Bild: Jotzeit
Bild: Hoffen auf weitere finanzielle Unterstützung und eine baldige Fertigstellung der Sanierungsmaßnahme (v. l.) Dieter Schroth, Johannes Höckelmann und Sebastian Richter.
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„Einmal wollten wird sogar Prof. Karl-Friedrich Boerne kommen lassen“, verrät Dieter Schroth und meint damit den eigensinnigen Rechtsmediziner Jan Josef Liefers aus dem Tatort-Krimi.

Für Aufregung habe ein Knochenfund gesorgt, berichtet der Kassierer des Vereins, der gleichzeitig mit Heinz Rohmann für die Bauleitung des Erweiterungsprojekts verantwortlich zeichnet. Beim Ausschachten des Bodens in der ehemaligen Werkstatt des früheren Raumausstatters Borgschulte seien die Helfer auf zahlreiche Stücke gestoßen. Doch schnell sei klar gewesen, dass es sich dabei nur um tierische Knochen gehandelt habe. „An der Stelle war früher ein Schweinestall“, erklärt Schroth.

Während diese Anekdote zum Schmunzeln anregt, waren andere Entdeckungen weniger erfreulich. „Quasi hinter jeder Wand lauerte ein neues Problem“, bringt es Vorsitzender Johannes Höckelmann auf den Punkt. Mal sei es eine marode Mauer gewesen, deren Komplettaustausch anfangs nicht vorgesehen war, mal eine Zwischendecke, die abzustürzen drohte. „Das hat uns einiges an Zeit und an zusätzlichem Geld gekostet“, rechnet Schroth vor.

 Besonders stolz ist der Vereinsvorstand auf die freiwilligen Helfer. Nicht nur Kunden des Forums gegen Armut hätten die Ärmel hochgekrempelt und fleißig mitgeholfen, sondern auch Leute, die einfach nur das Projekt unterstützen wollten. „Mehrere 1000 Stunden Arbeitsleistung sind so erbracht worden“, sagt Höckelmann. Den Wert des ehrenamtlichen Einsatzes schätzt er auf mindestens 40 000 Euro.

Dennoch werde es knapp mit dem Geld, sagt der stellvertretende Vorsitzende Sebastian Richter. Die veranschlagten 90 000 Euro, davon stammen 20 000 Euro aus einem Fördertopf des ehemaligen NRW-Ministerpräsidenten Rüttgers und 70 000 Euro von dem Vermieter des Hinterhauses, reichten nicht aus.

„Wir sind dankbar für jede finanzielle Unterstützung“, sagt Kassierer Schroth und hofft auf entsprechende Resonanz bei Ahlener Unternehmen und Firmen. Ein Bonbon für die gute Tat hat er auch parat: „Die Spender werden zur Eröffnungsfeier eingeladen.“

Hintergrund

Der Startschuss für die Erweiterungsmaßnahme (rund 150 Quadratmeter auf zwei Ebenen) ist im Mai 2011 gefallen. Konkreter Anlass waren die beengten Verhältnisse, mit denen das Forum gegen Armut bislang auf nur 80 Quadratmetern arbeiten muss: Die Lebensmittelausgabe findet auf knapp drei Quadratmetern direkt im Aufenthaltsraum statt, Beratungsgespräche werden im Mini-Büro geführt.

Im sanierten Hinterhaus im Erdgeschoss sind die Lebensmittelausgabe, ein Kühlraum, Personalräume und Toiletten vorgesehen. Im Obergeschoss sind Büro- und Beratungsräume geplant, unter anderem für die Caritas-Beratung. Das jetzige Büro im Hauptgebäude soll später zur Spielstube für Kinder werden. In den kommenden Wochen müssen noch eine Außentreppe angebaut und der Zugang den Vorgaben des Brandschutzes entsprechend umgebaut werden. „Im Mai ist alles fertig“, hofft Höckelmann.

Aktuell betreut das Forum gegen Armut mehr als 450 Familien. Das sind knapp 1200 Personen, darunter 330 Kinder unter 18 Jahren.

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