Frauen fordern Erneuerung der Kirche
Bild: Rademacher
Zu dem Gottesdienst unter dem Motto "Macht Euch stark für eine geschlechtergerechte Kirche!“ am Montag, 23. September, in der Ahlener St.-Marien-Kirche laden für die KFD (v. l.) Ulla Rump, Christine Bodewig, Maria Weiß und Barbara Portmann-Gawer ein.
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„Selbstverständlich“ seien auch Männer eingeladen, betonen die Organisatorinnen, die aus verschiedenen Gruppen der Katholischen Frauengemeinschaft (KFD) in Ahlen kommen. Anlass des Gottesdienstes ist die Aktionswoche der KFD auf Bundesebene, der sich die Ahlener Frauen anschließen. Auftakt ist am 23. September in Fulda. Eine Kirche, die zu den wichtigen Fragen und Themen gehört werden und glaubwürdig sein wolle, müsse Geschlechtergerechtigkeit vorleben, sind die KFD-Vertreterinnen überzeugt. Und mit der Aktionswoche solle dieses Thema in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt werden.

Nicht mehr einverstanden mit traditionellen Geschlechterrollen

„Wir wollen, dass die Frauen wertgeschätzt werden“, sagt Barbara Portmann-Gawer. Die KFD setze sich dafür ein, dass die Charismen, die Spiritualität der Frauen und ihre Berufungen ernstgenommen würden. „Die Kirche der Zukunft wird von Frauen und Männern gleichberechtigt geleitet werden müssen“, nennt die Ahlenerin eine zentrale Forderung ihres Verbandes. Die KFD-Frauen rufen daher nicht nur zum Besuch des Gottesdienstes auf, sondern auch, gemeinsam den Zugang von Frauen zu allen Ämtern in der Kirche zu fordern – und somit eine Erneuerung der Kirche. „Wir wollen zeigen, dass wir nicht mehr einverstanden sind mit den traditionellen Geschlechterrollen in der Kirche“, erklärt Barbara Portmann-Gawer.

Purpurkreuze werden verteilt

Eine wichtige Rolle spielen wird in dem Gottesdienst der Ahlener KFD am Montag, 23. September, die biblische Figur Lydia von Philippi, die in der Apostelgeschichte erwähnt ist. Die Purpurhändlerin sei für ihre Zeit im ersten Jahrhundert nach Christi Geburt eine besondere Persönlichkeit gewesen, erklärt Barbara Portmann-Gawer. Sie sei zum Christentum konvertiert, habe sich taufen lassen und ihr Haus den ersten Christen für deren Treffen zur Verfügung gestellt. An Lydias herausragende Rolle in der damaligen Gemeinschaft soll am 23. September durch purpurfarbene Kreuze erinnert werden, die an die Besucher verteilt werden. „Purpur ist die Farbe der Kardinäle. Sie soll symbolisieren, dass Frauen die gleiche Rolle in der Kirche einnehmen können wie Männer.“

Nach dem Gottesdienst sind alle zu einem Imbiss und Wein in die Begegnungsstätte St. Marien an der Nordstraße eingeladen.

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