Frauen packen Stadtchef am Schlafittchen
Bild: Anika Reckeweg
Dem Ahlener Bürgermeister Dr. Alexander Berger an den Schlips gehen (v. l.) Mathilde Westhues, Andrea Ruwisch, Marie Charlene Meßmann, Susanne Michalczik, Michaela Sollmann, Anke Kund und Angelika Mecchia.
Bild: Anika Reckeweg

Um kurz nach 11 Uhr tummelten sich am Weiberfastnachts-Donnerstag Minions, Hippies und viele andere bunt gekleidete Figuren auf dem Flur vor dem Bürgermeisterbüro. Bereitwillig trat das in ein Luftschlangen-Jackett gehüllte Stadtoberhaupt aus seiner Tür und ließ sich vom Teufel höchstpersönlich in den Prinzen-Saal führen. Das breite Grinsen in seinem Gesicht zeigte: Es gibt offenbar Schlimmeres.

„Motto passt gut zum Ahlener Rathaus“

„Das Motto ‚Bunt und schrill, so wie jeder will‘ passt ja ganz gut zu unserem Rathaus“, verkündete Dr. Berger. „Ich möchte mich auch dafür bedanken, dass Sie mich aus meinem Büro geholt haben – weg von den Akten zur Sektbar.“

Als alle Damen mit Getränken ausgestattet waren (wie es sich für eine ordentliche Feier gehört), setzten die jecken Frauen den Bürgermeister auf einen Stuhl und rückten ihm mit gleich drei Scheren zu Leibe – Widerstand zwecklos.

Teufel packt Bürgermeister am Schlafittchen

Der Teufel, eine ganze Herde Einhörner und einige andere Stadtmitarbeiterinnen zogen ihm die Krawatte aus dem Kostüm und hatten sichtlich Spaß daran, ihren Chef am Schlafittchen zu packen. Schnipp schnapp, war die königsblaue Zierde einige Zentimeter kürzer.

Eigens eingekauft hat der Bürgermeister das gute Stück nicht – hinten aus dem Schrank geholt habe er die Krawatte. „In Königsblau, wie bei Schalke“, sagte er verschmitzt.

Dr. Berger sammelt die Kostüme

Sein Kostüm hingegen schien wie für ihn gemacht. „Es war Liebe auf den ersten Blick. Ich habe es gesehen und sofort mitgenommen“, erklärte Dr. Berger. Inzwischen hätte sich bereits eine große Auswahl im heimischen Kleiderschrank angesammelt – schließlich bewahre er jedes Kostüm auf.

„Während der Session gibt es viele Galen, zu denen ich die Kostüme tragen kann“, erläuterte er. „Ich bin inzwischen für jedes Motto gewappnet.“ Fröhlich verteilte der Bürgermeister die Damenorden.

Sein Wunsch für die kommenden Tage: „Richtig gutes Wetter, und dass die Arbeit der Karnevalisten belohnt wird. Die haben einen tollen Job gemacht.“ Darauf ein dreifaches „Ahlensia Helau“.

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