Freude über 60 000 Euro plus
Stadt Ahlen
Kämmerer Dirk Schlebes und Bürgermeister Dr. Alexander Berger
Stadt Ahlen

„Alle negativen Befürchtungen haben sich nicht bestätigt“, kommentiert Bürgermeister Dr. Alexander Berger den Finanzbericht zum vierten Quartal 2020. Anstelle des vor Corona prognostizierten Minus von 2,7 Millionen Euro im städtischen Haushalt steht nach den von Kämmerer Dirk Schlebes zusammengetragenen Zahlen ein Plus in Höhe von rund 60 000 Euro. Über das voraussichtlich positive Jahresergebnis werden Bürgermeister und Stadtkämmerer heute den Finanz- und Personalausschuss der Stadt Ahlen ausführlich informieren.

Der Quartalsbericht soll eine möglichst frühzeitige Prognose des zu erwartenden Jahresergebnisses für das laufende Haushaltsjahr abgeben. Mehrmals im Jahr werden die zur Verfügung stehenden Finanzdaten ausgewertet.

Der Überschuss sei „Ausdruck einer verantwortungsvollen und umsichtigen Haushaltsführung, die auch in Krisenzeiten das Maß aller finanzwirtschaftlichen Dinge“ sei, so Bürgermeister Berger. Bemerkenswert sei das Ergebnis, obwohl die Einnahmen aus der Gewerbesteuer einen Einbruch um rund 10,4 Millionen Euro erfahren haben. Höher als erwartet sei mit 9,4 Millionen Euro die Kompensation durch das Land NRW ausgefallen. „Die Landesregierung hat solidarisch gehandelt und den Kommunen die Handlungsfähigkeit erhalten“, sagt Berger.

Die Liquidität der Stadt war 2020 nicht gefährdet. „Ganz im Gegenteil“, rechnet Dirk Schlebes vor. Der Bankbestand erhöhte sich laut Finanzplan nicht nur um 2,5, sondern gleich um 3,7 Millionen Euro. Die Fähigkeit, Rücklagen zu bilden, hätte sich dadurch mehr als erwartet verbessert. „Was im Hinblick auf das laufende Jahr auch erforderlich werden kann“, bremst Schlebes jede Euphorie im Ansatz. Entgegen der Prognose konnte 2020 vollständig auf die Neuaufnahme von Krediten verzichtet werden. Die Kassenkreditbestände wurden trotz erheblicher Schwankungen zum Jahresende auf null zurückgeführt. Zum Bilanzstichtag wuchs das Bankguthaben der Stadt Ahlen von 268 000 Euro auf gut vier Millionen Euro an.

Ob 2021 mit einem ähnlich positiven Ergebnis zu rechnen sein wird, darüber wollen Berger und Schlebes nicht spekulieren. Sie gehen davon aus, dass die Situation der öffentlichen Haushalte im zweiten Jahr der Pandemie angestrengt bleiben wird. Von großer Bedeutung sind in der gegenwärtigen Krise für Bürgermeister und Stadtkämmerer die Investitionen. „Wir müssen die Wirtschaft am Laufen halten und Projekte fortsetzen“, sagt Schlebes. Bürgermeister Berger: „Es wäre ein fatales Zeichen, wenn sich die Stadt Ahlen als Motor des Aufschwungs in und nach der Krise verweigerte.“ Begonnene Projekte wie Digitalisierung, Bürgercampus und Osttangente müssten konsequent fortgeführt werden.

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