Frieden ist eine Aufgabe und kein Geschenk
Bild: Fechner
Die Ansprache bei der zentralen Gedenkfeier zum Volkstrauertag auf dem Marktplatz hielt Ulrich Vornholt (Mitte), der Leiter der Sekundarschule.
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Die Ansprache hielt in diesem Jahr Sekundarschulleiter Ulrich Vornholt. „Ich selbst gehöre einer Generation an, die in Friedenszeiten geboren wurde und lebt. Dieses ist ein wertvoller Schatz, der mir mit zunehmender Lebenserfahrung immer bewusster wird“, stellte der Pädagoge gleich zu Beginn seiner Ansprache fest.

Er erinnerte an den Karsamstag 1945. An diesem Tag fand an der Bahnstrecke zwischen Ahlen und Heessen ein Gemetzel unter 150 ganz jungen Soldaten statt. Nur 15 kamen mit dem Leben davon. Darunter auch sein schwer verwundeter Vater.

Ulrich Vorholt erinnerte auch an die Arbeit von ehrenamtlichen Männern und Frauen an den Kriegsgräbern Europas und rief ein Zitat von Albert Schweitzer ins Gedächtnis: „Soldatengräber sind die großen Prediger des Friedens und ihre Bedeutung wird immer zunehmen.“

Den Sinn des Erinnerns rückte Ulrich Vornholt ebenfalls in den Blickpunkt: „Aus der Betrachtung der Vergangenheit für die eigene Gegenwart und Zukunft lernen. Mahnen, dass wir so etwas nicht wieder erleben wollen; mahnen, dass auch wir Verantwortung tragen.“ Der Blick am Volkstrauertag dürfe jedoch nicht nur rückwärts gewandt sein, sondern verpflichte auch zum Nachdenken und zum Handeln, stellte der Schulleiter weiter fest: „Wir müssen uns ins Bewusstsein rufen, dass jeder dafür wirken muss, dass der Frieden erhalten bleibt.“ Frieden sei kein Geschenk, sondern eine Aufgabe, an der jeder, wie beispielsweise in Kindergärten, Schulen, Familien, Nachbarschaften, an Arbeitsplätzen oder im Freundeskreis, mitwirken könne, schloss Vornholt seine Ansprache.

Die feierlichen Worte der Totenehrung wurden von Pia Schwarz, einer Auszubildenden aus der Stadtverwaltung, vorgetragen. Der Musikverein Vorhelm gestaltete unter Leitung von Benjamin Jäger den feierlichen musikalischen Rahmen. Bürgermeister Ruhmöller legte zusammen mit Hauptmann Sebastian Cieslik vom Sanitätsregiment 22 einen Kranz am Ehrenmal nieder.

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