Gabriel behält Ahlen in guter Erinnerung
Bilder: Detlef Peter Jotzeit
Genossen-Gipfel: Annette Watermann-Krass, Christiane Seitz-Dahlkamp, Sigmar Gabriel, Thomas Dahlmann und Bernhard Daldrup.
Bilder: Detlef Peter Jotzeit

 Auch wenn er damals nicht mit dabei war, so ist dem Bundesvorsitzenden Sigmar Gabriel sehr wohl die Bedeutung des „Treffens in Ahlen“ in der 150-jährigen SPD-Geschichte bekannt. Aber der ehemalige Bundesumweltminister kennt die „berühmte Stadt Ahlen“ auch aufgrund einer anderen Begebenheit. Aber davon später.

Wenn die gute alte Tante SPD Geburtstag feiert, dann lässt es sich auch der Bürgermeister nicht nehmen, den hohen Gast im Rathaus zu empfangen (Benedikt Ruhmöller: „Es ist uns eine große Ehre“) und im Beisein von Vertretern der anderen Ratsfraktionen zum Eintrag ins Goldene Buch zu bitten.

Der ehemalige niedersächsische Ministerpräsident ist gut informiert. „Gibt es eine Erinnerung an das Ahlener Programm der CDU?“, will Gabriel von Ruhmöller wissen. Dieser hat das Buch von Prof. Antonius John über jene Tagung des CDU-Zonenausschusses im Winter 1947 als Geschenk für den SPD-Chef mitgebracht. Anschließend gibt der Bürgermeister dem SPD-Bundespolitiker einen kurzen Abriss über Ahlens Geschichte, das Wappentier, den Aal, die erste Erwähnung um 850 und die Entwicklung zur Bergbau- und Industriestadt.

Mit dem Füllfederhalter, mit dem sich schon 1985 Willy Brandt, Herbert Wehner, Hans-Jochen Vogel, Johannes Rau und weitere Größen ins Goldene Buch der Stadt Ahlen eingetragen haben, verewigt sich Gabriel auch auf einer Seite mit einem Spruch: „Man muss das Leben nehmen, wie es ist. Aber man darf es nicht so lassen.“

Bernhard Daldrup (l.) und Sigmar Gabriel im Gespräch.
Bevor sich der SPD-Politiker von seinem Gastgeber verabschiedet, bedankt er sich auch bei den Fraktionschefs für deren Kommen und versichert: „Ich werde Ahlen weit besser in Erinnerung behalten, als damals auf der Autobahn.“ Damals, das war vor etwa zehn Jahren, als Sigmar Gabriel wegen eines schweren Wettereinbruchs mit Eis und Schnee eine ganze Nacht auf der Autobahn vor dem Schild mit der Ausfahrt nach Ahlen festsaß und im Auto übernachten musste. „Heute ist es mir deutlich besser ergangen“, scherzt der Sozialdemokrat, bevor er unter dem Beifall von knapp 300 Zuhörern an der Seite von SPD-Bundestagskandidat Bernhard Daldrup in die Stadthalle einzieht, um hier an das Motto des damaligen SPD-Kanzlerkandidaten Johannes Rau „Versöhnen statt Spalten“ zu erinnern, dass so aktuell wie 1985 sei.

Nebenbei . . .

hat Altbürgermeister Horst Jaunich beim gestrigen Besuch von SPD-Chef Sigmar Gabriel verraten, wie es 1985 zum „Treffen in Ahlen“ gekommen ist. Jaunich hatte seinerzeit als SPD-Bundestagsabgeordneter in Bonn dem damaligen Bundesgeschäftsführer Peter Glotz Ahlen und die Stadthalle als Veranstaltungsort für die SPD ans Herz gelegt. Als Johannes Rau im Dezember 1985 als Kanzlerkandidat vorgestellt werden sollte, erinnerte sich Glotz wieder an Jaunichs Bitte. Dieser räumte für das Organisationskomitee der Partei sogar sein Bürgermeister-Büro im Rathaus und besorgte ein Bett für Herbert Wehner. Darum hatte ihn Greta Wehner gebeten. Damit Onkel Herbert, der damals schon etwas höher betagt war, mittags ein bisschen ruhen konnte.

(Ausführlicher Bericht in der Ausgabe vom 24. Juli 2013)

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