Gassigehen „oben ohne“ erlaubt
Ulrich Gösmann
Seit Freitag Pflicht auch und gerade in der Fußgängerzone: das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen.
Ulrich Gösmann

Rund 20 private Feiern mit bis zu 50 Teilnehmern waren beim Ordnungsamt der Stadt Ahlen für dieses Wochenende angemeldet worden. Die Anlässe durchweg freudige: von der Taufe bis zur Silberhochzeit. Und natürlich etliche runde Geburtstage. „Es werden offenbar viele 30“, kann Fachbereichsleiterin Gabriele Hoffmann der Liste auf ihrem Bildschirm entnehmen. Sie bedauert, dass diese Feste nun erst einmal abgesagt werden müssen oder, wenn doch, nur in deutlich kleinerem Rahmen mit maximal zehn Gästen stattfinden können. Das sei „natürlich bitter“ für alle, die es trifft, obwohl sie nichts falsch gemacht haben.

Die Redaktion hat Glück, am Freitagvormittag auf Anhieb zu Gabriele Hoffmann durchzudringen. „Die Telefone stehen nicht still“, sagt sie. Leider rissen auch die „unverschämten Mails“ nicht ab. Die verschärften Regeln stießen nicht bei allen auf Verständnis, bei den meisten Bürgern nach ihrem Eindruck aber schon.

Für eine gewisse Verunsicherung und Diskussionen in den sozialen Netzen sorgte noch am Donnerstagabend gleich nach Bekanntwerden des Maßnahmenkatalogs, mit dem die weitere Ausbreitung des Corona-Virus in Ahlen eingedämmt werden soll, die Ankündigung, dass ab sofort das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung im öffentlichen Raum verpflichtend ist, und zwar überall da, „wo Menschen dichter und / oder länger zusammenkommen“. Hoffmann präzisiert auf Nachfrage, dies gelte drinnen wie draußen, auf allen belebten Straßen und Plätzen, selbstredend auch und gerade in der Fußgängerzone. Aber wer allein mit dem Hund in der Bauerschaft Gassi gehe, müsse nicht zwingend eine Maske aufziehen.

Schilder, wie in Köln in den Haupteinkaufsstraßen, will die Stadt nicht aufhängen. Sie setzt darauf, dass sich die Verfügung – im Wortlaut nachzulesen auf www.ahlen.de – schnell herumspricht und die soziale Kontrolle wirkt, je­denfalls da, wo die Einsichtigen in der Mehrzahl sind.

Ihr Hauptaugenmerk will die Ordnungsbehörde auf die Einhaltung der Sperrstunde für Gaststätten und das Alkoholverkaufsverbot ab 23 Uhr richten. „Das werden wir natürlich gerade in den ersten Tagen gezielt überwachen“, kündigt Gabriele Hoffmann an. Der Außendienst werde dazu kurzfristig personell aufgestockt.

Über die derzeit gültige Corona-Schutzverordnung des Landes hinaus geht die Stadt auch mit der Begrenzung der Zahl der Teilnehmer und Zuschauer bei Veranstaltungen auf 100 Personen. Davon betroffen ist u.a. das Drittliga-Heimspiel der Ahlener SG gegen LIT 1912 II am Samstag um 19 Uhr in der Friedrich-Ebert-Halle, zu dem jetzt nur Dauerkarteninhaber Zutritt haben werden. Bereits erworbene Tageskarten für das Spiel verlieren ihre Gültigkeit. Der Eintritt wird erstattet.

Die „Ahlener Bautage“ nebst angegliederter Hochzeitsmesse können Samstag und Sonntag planmäßig in der Stadthalle über die Bühne gehen. Allerdings dürfen sich auch hier gleichzeitig nicht mehr als 100 Besucher aufhalten.

von Peter Harke

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