Gedenkveranstaltung für Opfer von Halle 
Bild: Knöpker
Mehr als 100 Bürger nahmen am Freitagabend an einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des Mordanschlags von Halle in Ahlen auf dem Marktplatz teil.
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Gemeinsam setzten sie am Freitagabend ein Zeichen und machten eindrucksvoll deutlich, dass Rechtsextremismus und Antisemitismus in der Gesellschaft nicht geduldet werden.

Opfer zur falschen Zeit am falschen Ort

Sprecher Sven Hanses löste Trauer und Bestürzung aus, als er die persönlichen Schicksale der beiden Mordopfer am Tattag schilderte. Sie seien zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen, als ein Mörder seinen Hass ausgelebt habe. Erschossen. So eine Tat könne jeden treffen, sagte er. Politiker, so Hanses, beschwörten nach solchen Taten immer wieder „Zivilcourage“ und die wehrhafte Demokratie, kürzten aber im Gegenzug Mittel für Projekte, die die Demokratie stärken sollten, kritisierte er.

Angriff auf die Zivilisation

Die „unbeteiligten Zufallsopfer“ zeigten: Das sei ein Angriff auf die Zivilisation gewesen, auf die Gesellschaft, machte Friedrich Löper deutlich. Der Studienrat im Ruhestand und engagierte Friedenskämpfer verurteilte das mörderische Verbrechen aufs Schärfste und forderte, nicht länger wegzuschauen und zu schweigen. „Die Zivilgesellschaft muss das Recht nach Verfassung und Gesetz einfordern und die Barbarei stoppen“, sagte er: Es gebe keine Toleranz für intolerante und totalitäre Ideologien.

Hart ins Gericht mit AfD-Politikern gegangen

Reiner Jenkel ging hart ins Gericht mit Politikern der AfD, die er als geistige Brandstifter bezeichnete. Er zitierte den SPD-Politiker Karl Lauterbach, der gesagt hat: „Es ist die Hetze der AfD, die dem Rechtsextremismus eine politische Stimme gibt.“ Jeder solle laut und deutlich widersprechen, wenn am Stammtisch, in der Bahn oder im Internet rassistische Sprüche fielen, forderte Jenkel auf, dafür einzutreten, dass Gewalt, Fremdenhass und Antisemitismus in der Gesellschaft keinen Platz haben.

Mehr in der Ausgabe vom 14. Oktober 2019

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