Gefallene der Kriege sind keine Helden gewesen
Bürgermeister Dr. Alexander Berger und Oberstleutnant Timo Gadow, Kommandeur des in der Westfalenkaserne stationierten Aufklärungsbataillons 7, legten auf dem Marktplatz einen Kranz am Mahnmal für die Toten der Kriege nieder.

Bürger sowie Abordnungen von Vereinen, Verbänden und Parteien kamen auf dem Marktplatz zusammen, wo Dr. Berger und Oberstleutnant Timo Gadow, Kommandeur des in der Westfalenkaserne stationierten Aufklärungsbataillons 7, einen Kranz am Mahnmal für die Toten der Kriege niederlegten. Dr. Berger erinnerte in seiner Rede an den vor 400 Jahren begonnenen Dreißigjährigen Krieg, der zu einem Völkerschlachten wurde und Hunger, Epidemien und millionenfachen Tod in Europa zur Folge hatte. Auch der vor 100 Jahren zu Ende gegangene Erste Weltkrieg sei mit seinen Stellungskämpfen auf den Schlachtfeldern Flanderns zu einem „Sinnbild des Wahnsinns“ geworden.

Die Gefallenen beider Kriege seien nicht die Helden gewesen, zu denen die Propaganda in der Heimat sie machen wollte. „Sie starben nicht für Deutschland. Diese Brüder, Söhne und Ehemänner waren die Opfer einer feindseligen Politik ihrer Führer, denen das Schicksal der Soldaten vollkommen gleichgültig war“, so Dr. Berger. Der Bürgermeister bezeichnete es als einen zivilisatorischen Fortschritt, dass sich die Schulen und das Bildungswesen heute freiheitlichen und demokratischen Werten verpflichtet fühlen. Von 1914 bis 1918 seien junge Menschen von der Schulbank auf die Schlachtfelder geschickt worden.

„Anstatt falsche Ideale wie blinden Majestätsgehorsam, Militarismus, Nationalismus und Völkerfeindschaft zu vermitteln, wirkt das Städtische Gymnasium als Schule der Vielfalt, Schule mit Courage und Schule ohne Rassismus daran mit, kritische Menschen im Geiste des Respekts und der Toleranz zu erziehen.“ Meinolf Thiemann, Leiter des Städtischen Gymnasiums, forderte in seiner Rede angesichts zahlreicher kriegerischer Auseinandersetzungen zu moralischem Handeln auf. 

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