Gegenwind für Dirt-Bahn-Projekt
Christian Wolff
Glascontainer ja – Dirt-Bahn nein: Einige Anwohner des ehemaligen Hellbachhallen-Parkplatzes stehen dem Projekt für junge Radsportfreunde aus Vorhelm kritisch gegenüber.
Christian Wolff

DerWunsch vieler junger Dorfbewohner ist klar: Sie wollen eine sogenannte Dirt-Bahn mit Hürden und Kurven, auf der sie ihre Künste auf dem Mountainbike so richtig austesten können (wir berichteten). Doch die Suche nach einem geeigneten Platz dafür gestaltet sich schwierig.

„Mich hat es sehr gefreut, das wir sogar das Angebot bekommen haben, den Erdaushub aus einer anderen städtischen Baustelle kostenlos nutzen zu dürfen“, sagt Hubertus Beier, der das Jugend-Anliegen vor einigen Wochen gemeinsam mit der CDU-Ortsunion angeschoben hat. Idee und Material sind also vorhanden, und in diesen Tagen schien auch ein Ort für die Dirt-Bahn gefunden zu sein: Der ehemalige Parkplatz an der Hellbachhalle, der in den vergangenen Jahren eher durch wilde Müllkippen aufgefallen war, liegt nah am Ortskern und dennoch separat genug, um einer solchen Anlage ausreichend Raum zu geben.

Doch ein Ortstermin, den Vertreter aus Politik und Verwaltung am Samstagmorgen mit den Anwohnern anberaumten, nahm einen ungeahnten Verlauf. Zwei ältere Nachbarn lehnen die Dirt-Bahn an dieser Stelle kategorisch ab. Sie befürchten zu viel Lärm, wenn sie künftig in ihrem eigenen Garten sitzen.

„Das muss man so hinnehmen, wir wollen schließlich alle Nachbarn von Anfang an mitnehmen“, sagt Hubertus Beier. „Aber so richtig nachvollziehen kann ich diese Haltung nicht. Denn zu Zeiten der Hellbachhalle war an selber Stelle deutlich mehr Frequenz.“ Da habe es regelmäßig nächtliche Fahrzeugbewegenungen gegeben, knallende Pkw-Türen und so manche Partygäste, die das Zentrum nicht gerade leise verließen. „Wir können nicht auf der einen Seite fordern, den Jugendlichen etwas anzubieten, wenn wir sie auf der anderen Seite aus dem Ort drängen. Dann passiert so etwas wie in den vergangenen Wochen am Strontianitstollen.“

Was nun? Die Verantwortlichen wollen weiter nach einer geeigneten Fläche Ausschau halten – wohl wissend, dass es keine große Auswahl gibt. Zwei andere Standorte wurden bereits abgelehnt.

von Christian Wolff

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