„Gestärkt geht es besser“
Caritas
Geballte Beratungs-Kompetenz zu einem neuen Themenschwerpunkt: die zertifizierten Caritas-Kurberaterinnen Linda Rüzgarogragi (l.) und Nadja Littau (r.) mit der Leiterin der Sozialstation Elke Kraskes und Geschäftsführer Heinrich Sinder.
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Wer in der Familie eine Angehörige oder einen Angehörigen selbst pflegt, tut dies aus Überzeugung und aus dem Gefühl für einen nahestehenden Menschen. Es ist eine Aufgabe, die Respekt verdient, aber auch eine Aufgabe, die Tag für Tag unermüdlichen Einsatz fordert und kaum eine Pause kennt. Irgendwann aber wird eine Pause notwendig – zum Wohle des Pflegenden wie des Angehörigen.

Hilfe in dieser Situation bietet der Caritasverband Ahlen-Drensteinfurt-Sendenhorst jetzt mit einem neuen Angebot: Kuren für pflegende Angehörige, die eine Auszeit von der Dauerbelastung bieten und die Pflegebedürftigen mitberücksichtigen.

„Eine Kur kann pflegenden Angehörigen helfen, durchzuatmen und danach gestärkt neu zu starten, denn gestärkt geht es besser“, sagen Linda Rüzgarogragi und Nadja Littau. Beide sind als Fachberaterinnen bei der Caritas für die Vermittlung der Kuren zuständig. Ihre Erfahrung: „Wer einen lieben Menschen pflegt, nimmt körperliche und psychische Belastung als selbstverständlich hin und stellt seine eigenen Bedürfnisse gern zurück. Diese Bedürfnisse gibt es aber – und es ist nur allzu menschlich, sich auch das bewusst zu machen.“

Vor diesem Hintergrund eröffnet das Angebot für Pflegende die Chance einer oft überfälligen Erholung, ist meistens aber gar nicht bekannt. „Kaum jemand, der sich der Pflege eines Angehörigen widmet, weiß überhaupt, dass ihm eine solche Kur per Gesetz zusteht“, erläutert Linda Rüzgarogragi. Dabei ist das dreiwöchige Kurangebot für die Person, die den Antrag stellt, sogar frei.

Dazu kommt, dass niemand, der pflegt, den Angehörigen sich selbst überlassen kann. Auch darauf nimmt das Angebot der Caritas Rücksicht: „Unsere Kur-Auszeiten lassen die Betreuung der Pflegebedürftigen nicht außer Acht“, betont Nadja Littau. Diese Betreuung könne nach persönlicher Absprache ebenfalls in der Kurklinik, einer nahegelegenen Kurzzeit-Pflegeeinrichtung oder daheim erfolgen.

Basis des neuen Angebotes der Caritas ist ein Programm des Gesundheitsministeriums NRW unter Leitung von Minister Karl-Josef Laumann in Kooperation mit dem Caritasverband für das Erzbistum Paderborn, der AW Kur- und Erholungs GmbH und dem Heilbäderverband NRW. Gemeinsam mit den Kurberatungsstellen der Freien Wohlfahrtspflege ist für ein flächendeckendes Netz an Kureinrichtungen gesorgt.

Der Caritasverband Ahlen-Drensteinfurt-Sendenhorst ist einer der Verbände, die sich im Rahmen dieses Programms für die fachgerechte Beratung pflegender Angehöriger qualifiziert haben. „Wir sind auch ein wenig stolz, als zertifizierte Beraterinnen einen Beitrag dazu leisten zu können, dass die Betreuung von Bedürftigen im familiären Rahmen durch Auszeiten für die Pflegenden gestärkt wird“, betonen Linda Rüzgarogragi und Nadja Littau.

Zu erreichen sind sie unter Telefon 0 23 82/89 31 24 oder kurberatung@caritas-ahlen.de. Ergänzt wird das Team der Kurberaterinnen durch Elke Kraskes von der Sozialstation in Ahlen, die unter Telefon 0 23 82/ 89 35 30 allgemeine Fragen zum Thema Pflege beantwortet und das Angebot abrundet.

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