Grabenanlage birgt ein weiteres Rätsel
In einem Graben, der vor der aus karolingischer Zeit stammenden Wallburg in Dolberg entdeckt wurde, hatten Archäologen im Sommer einige Scherben gefunden, die jetzt auf die Zeit der Michelsberger Kultur um 3500 v. Chr. datiert werden konnten. Im August vergangenen Jahres hatte Grabungsleiter Dr. Christoph Grünewald (r.) Nicole Wittkemper, Bürgermeister Benedikt Ruhmöller und Landesdirektor Dr. Wolfgang Kirsch über die Funde informiert. Archivbild: Werner

Anhand der Funde, die die Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe dort gemacht hatten, kann er auf die Zeit um 3500 v. Chr. datiert werden. Der Graben stammt damit aus der sogenannten Michelsberger Kultur, der Zeit, in der es im Münsterland die ersten ansässigen Bauern gegeben hat, wie Dr. Christoph Grünewald, der Leiter der Dolberger Grabung, dem „Ahlener Tageblatt“ erklärte. Vermutet habe man dies bereits im Sommer, „ganz sicher waren wir uns aber nicht“, sagte der LWL-Archäologe. In dem Graben, der außerhalb der bereits bekannten Wallburg entdeckt worden war, hatten die Forscher mehrere Scherben und Knochen gefunden (das „AT“ berichtete). Die Wallburg entstand in der Karolingerzeit im 9. und 10. Jahrhundert kurz nach der Eroberung Westfalens durch Karl den Großen. In einem Institut in Mannheim hätten zwei dieser Scherben mit Hilfe der Thermoluminiszenz-Methode, einem Verfahren zur Altersbestimmung von Keramikobjekten oder anderweitig gebrannten Artefakten, datiert worden können. „Unsere Vermutung hat sich bestätigt, sie stammen aus dem vierten Jahrtausend vor Christi Geburt“, so Dr. Grünewald.

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