Hebammen-Krise: Beruf bedroht
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Die freiberuflichen Hebammen sind auch in Ahlen in höchster Alarmbereitschaft.
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Eva Maria Müller-Markfort, seit Jahrzehnten als Hebamme in Ahlen und Umgebung tätig, engagiert sich für das Recht der Hebammen auf Arbeit. Sie ist Präsidentin des Deutschen Fachverbandes für Hausgeburtshilfe (DfH).

Wie der Zufall es will, habe der neue Gesundheitsminister Hermann Gröhe für Dienstag zu einem Gespräch mit den Hebammenverbänden nach Berlin eingeladen, erzählt sie im Gespräch mit dem „AT“.

Müller-Markfort fährt mit dem Zug in die Hauptstadt. Sie wird es sich nicht nehmen lassen, den Minister auf die Misere aufmerksam zu machen und die Politik zu ermahnen, sich um die Belange der Geburtshelferinnen und deren Klientel zu kümmern. „Bislang hat man das weitgehend aufgeschoben“, beklagt sie die Situation, dass man immer noch keine grundlegende Lösung für Frauen geschaffen habe, die nicht in einer Klinik entbinden oder die Hebamme ihres Vertrauens dorthin mitnehmen möchten.

Schon jetzt könne die Haftpflichtversicherung für Hebammen bis zu 5000 Euro Prämie pro Jahr kosten. Bei einer Vergütung von 1500 Euro für die Betreuung einer Schwangeren von Anfang an bis hin zum Ende des Wochenbetts mit permanenter Rufbereitschaft ist das nur für Geburtshelferinnen zu leisten, die entsprechend viele Frauen betreuen. Doch selbst für die ist 2015 Schluss, wenn sich nichts ändert.

Das macht auch Kathrin Vorbink Angst. Sie ist eine der freiberuflich tätigen Geburtshelferinnen mit eigener Praxis. „Wenn wir keine Versicherung mehr bekommen, dann können wir auch nicht mehr arbeiten“, sagt sie. Vorbrink befürchtet, dass sie in dem Fall arbeitslos werden könnte. Denn auch die Vor- und Nachsorge müsse schließlich versichert werden.

Vonseiten des Ahlener Krankenhauses hieß es gestern, die dort angestellten Hebammen seien davon nicht betroffen. Die Geburtshilfe in der Gynäkologischen Abteilung könne unbesehen der Weigerung der Versicherung weiter mit ihren angestellten Hebammen arbeiten.

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