Heiliges Paar und Jesuskind fehlen
Bild: Kinder
Ein Loch ist in der Krippenlandschaft an der Stelle, wo in den vergangenen Jahren in der Ahlener St.-Bartholomäus-Kirche der Stall stand.
Bild: Kinder

 „Wir haben uns entschieden, die Krippe anders aufzubauen“, erklärt Messdiener-Leiterin Svenja Kokenkemper. „Wir befinden uns im Jahr der Barmherzigkeit“, sagt sie. Deshalb sei es wichtig, etwas gegen Ausgrenzung zu tun. Maria, Josef und der Sohn Gottes haben in der Kapelle neben dem Altarraum eine Herberge gefunden. Man muss wortwörtlich dem Stern folgen, um die Drei zu finden. Denn der helle Stern, der den Weg zur Krippe weist, leuchtet über dem Eingang zur Kapelle.

Schicksal ähnlich dem der Flüchtlinge

Symbolisch stehen die Figuren dort auf einem Feldbett: „Das haben wir aus einer Flüchtlingsunterkunft“, erklärt Kokenkemper. „Ihr Schicksal war schließlich ähnlich dem der Flüchtlinge.“ Das heilige Paar und Jesus sind bewusst von den anderen Figuren abgegrenzt. „Keiner wollte sie bei sich haben, alle haben sie weggeschickt“, sagt die Messdiener-Leiterin von St. Bartholomäus. „Sie gehörten zu einer Randgruppe.“

Auf einem Feldbett stehen in diesem Jahr Maria, Josef und das Jesuskind in der Kapelle der Ahlener St.-Bartholomäus-Kirche.
Die Messdiener der Gemeinde sind erstmals für den Krippenaufbau zuständig. Küsterin Mary Höckelmann unterstützt sie. Zuvor hatten die Mitglieder des Forums für Armut den Aufbau übernommen. Mit der Aktion wollen die Messdiener aufrütteln und auf Ausgrenzung aufmerksam machen, denn die ist in der heutigen Gesellschaft noch vielfach zu finden, sagt Kokenkemper. Fotos von Randgruppen außerhalb der Gesellschaft unterstützen die Botschaft: An den Wänden in der Kapelle hängen nachgestellte Szenen mit Obdachlosen, Kranken, Homosexuellen, Alten und Kindern – alle sitzen auf einem Feldbett.

Menschen sollen sich auf Veränderung einlassen

Die Messdiener sind sich bewusst, dass die Anordnung für Aufruhe sorgen wird. „Wir möchten die Menschen bitten, sich darauf einzulassen“, sagt Svenja Kokenkemper. Zusammen mit Pater Hermann Joseph Schwerbrock sei die Idee entstanden. Auch Pfarrer Dr. Ludger Kaulig unterstütze das Vorhaben.

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