Heiner Geißler würdigt das  Ahlener Programm
Bürgermeister Benedikt Ruhmöller (r.) erläuterte dem Gast, warum die historische Tagung der CDU 1947 in Ahlen stattfand. Daneben (v. r.) Heiner Geißler, Schulleiterin Mechtild Frisch, VHS-Leiter Rudolf Blauth und Gerd Buller.

Als „Ahlener Programm“ ging es in die Geschichte ein. „Darin steht viel Richtiges, was wir auch heute noch brauchen können“, würdigte der frühere Familien- und Gesundheitsminister im ersten Kabinett Helmut Kohl die Aussagen. An der Seite von Bürgermeister Benedikt Ruhmöller nahm sich der 83-jährige Politiker Zeit, das als Kopie in einem Schaukasten ausgestellte Programm zu studieren.

Zwar kam es in der bundesrepublikanischen Wirklichkeit nicht zu der teilweisen Vergesellschaftung der Großindustrie, wie sie noch 1947 gefordert worden war. Dafür aber fanden starke Mitbestimmungsrechte der Arbeitnehmer und die Sozialpflichtigkeit des Eigentums als Ahlener Ideen Eingang in das Grundgesetz.

er frühere stellvertretende Schulleiter des „Bischöflichen“, Gerd Buller, zeigte Heiner Geißler auch den Tagungssaal von 1947, das heutige Lehrerzimmer. „Hier funktionierte der Bahnhof noch, und es gab während der harten Wintermonate etwas auf die Gabel“, blieb der Bürgermeister nicht die Antwort schuldig, warum sich die Delegierten eigentlich in Ahlen trafen.

Die Bauern in der Umgebung sorgten für eine vergleichsweise gute Verpflegung, die nahe Zeche für ausreichend Kohlen zum Heizen. Nach Ahlen führte den ehemaligen CDU-Generalsekretär eine Einladung der Volkshochschule, um sein neues Buch vorzustellen. Den Brückenschlag zwischen dem aktuellen Werk „Sapere Aude!: Warum wir eine neue Aufklärung brauchen“ und seiner Stippvisite im Gymnasium St. Michael schlug Heiner Geißler zum Abschluss seines Besuches im Gästebuch der Schule: „Das Ahlener Programm war von Anfang an ein Pfeiler der erfolgreichen Sozial- und Wirtschaftsphilosophie der Geschichte der Ökonomie nämlich der Sozialen Marktwirtschaft und ist ein wichtiges Dokument der heute notwendigen Aufklärung im Sinne von Immanuel Kant: Sapere Aude – Wage zu denken.“

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