Holocaust-Überlebende blickt zurück
Bild: Voss-Loermann
Von ihrer Deportation als Kind in das Vernichtungslager Theresienstadt hat die 79-jährige Jüdin Liesel Michel-Binzer gemeinsam mit Matthias Ester vom Geschichtskontor Münster in der Gesamtschule Ahlen berichtet.
Bild: Voss-Loermann

Im Rahmen der „Woche der Brüderlichkeit“ war mit ihr eine Frau zu Gast, die als Fünfjährige 1942 gemeinsam mit den Eltern von Münster aus in das Vernichtungslager Theresienstadt deportiert wurde. Dass alle drei überlebt haben, bezeichnete Michel-Binzer als ein wahres Wunder.

Berührende Kindheitserinnerung

Berührend war die Darstellung der Ereignisse aus Sicht eines kleinen Mädchens, die sich aus einem Gespräch mit dem Historiker Matthias Ester vom Geschichtskontor Münster ergab. „Die Verschleppung ist die ganz große Kindheitserinnerung von Liesel Michel-Binzer“, sagte Ester. Denn das Kind wurde nach langer, schrecklicher Reise von der Mutter getrennt in ein Kinderheim gebracht, während die Mutter schwer arbeiten musste.

Der schwerbehinderte Vater wurde in einer weiteren Einrichtung interniert. Er hatte im Ersten Weltkrieg als Pilot gedient und beide Beine verloren. Von den elf Geschwistern des Vaters, der aus Burgsteinfurt stammte, hätten nur drei das Grauen überlebt, erzählte Michel-Binzer.

Ihre Mutter war eine geborene Rosenberg aus Freckenhorst. Die Familie sei bis zur Naziherrschaft im Münsterland seit dem 17. Jahrhundert gut integriert gewesen. Wie schrecklich das jüdische Leben in den 1930er-Jahren wurde, das konnte man erahnen aus den Schilderungen und Bildern, die Matthias Ester an die Leinwand warf.

Liesel Michel-Binzer selbst sprach sehr ruhig über ihr schweres Schicksal. Selbst dramatische Ereignisse schilderte sie auf eine bewundernswerte, gefasste Art, mit der sie die Schüler beeindruckte.

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