Immer noch auf allen Pättkes unterwegs
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Manchmal dürfen es auch exotische Ziele sein: Ahlen im Emsland zum Beispiel.
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Benno Hülsböhmer hat wenig Zeit für Langeweile. Der Pensionär ist meist damit beschäftigt, für seine Rad- und Wandergruppe neue Ziele ausfindig zu machen. Und das schon seit 15 Jahren.

Damals, im Jahr 2005, erblickte diese „Sinn-aktiv“-Gruppe das Licht der Welt. Sie ist noch immer auf den Pättkes und Straßen der Umgebung unterwegs. Aber längst nicht nur auf den Wegen in und um Ahlen. Die Gruppe unternimmt auch gerne mal mehrtägige Touren. „Das funktioniert sehr gut, weil wir uns meist schon ewig kennen“, sagt Benno Hülsböhmer. Tatsächlich ist der größte Teil der Gruppe von Beginn an dabei.

„Sinn“ – das steht für „Senioren in neuen Netzwerken“. Start und Ziel für Radtouren, die immer am zweiten Dienstag eines Monats stattfinden, sind das DRK-Heim oder die Langst. „Das machen wir aus Sicherheitsgründen, denn so rund 20 Radfahrer in der Kolonne durch die Stadt – das ist nicht wirklich lustig. Und sicher schon mal gar nicht“, sagt Hülsböhmer.

Dabei kehren für den gebürtigen Walstedder die meisten Ziele immer wieder ins Programm zurück. „Der Witz ist, dass wir jedes Mal andere Wege fahren“, zwinkert der Radwanderchef. Er kennt sich gut aus und kann seinen Mitradlern zwar verraten, wo die Tour endet. Doch wo es langgeht, wissen die Teilnehmer fast nie. Dabei fahren die aktiven Senioren immer zwischen 50 und 60 Kilometer.

Überhaupt ist die Truppe mächtig flexibel. Davon zeugt die legendäre Köln-Fahrt. „Das ist noch heute der Klassiker bei uns“, schmunzelt Hülsböhmer. Geplant war eine geführte Radtour durch die Domstadt mit einem Dutzend Teilnehmer. Plötzlich stellte er aber fest, dass 25 Radler mitwollten. Ein Organisationsproblem. Dazu kam dann auch noch das Wetter. „Beim Start in Ahlen am Bahnhof schien die Sonne bis zum Rhein“, erinnert sich der Tourorganisator. Dann pladderte es in dicken Tropfen und hörte nicht auf. „Zum Glück konnten wir mit Hilfe des Fahrradverleihers in Köln auf eine andere Stadtbesichtigung umbuchen.“ Der Ausklang im gemütlichen Lokal am Rheinufer mit etlichen Metern Kölsch und deftigem Essen ließ die Tour unvergesslich werden.

Und dann wäre da noch die Bratwurstgeschichte: „Das schöne Wetter ließ uns nach der eigentlichen Abschlussfahrt im Oktober noch eine Tour nachlegen“, berichtet der Organisator. Dabei habe es dann Würste gegeben – gebraten in einer große Paellapfanne. „Meine Frau Annette durfte nicht mitradeln. Sie musste die Sachen zum vereinbarten Treffpunkt mit dem Auto bringen“, erinnert sich Benno Hülsböhmer, der sich sicher ist: Das tolle „Betriebsklima“ hat die meisten Gruppenmitglieder bei der Stange, oder besser am Lenker gehalten.

von Peter Schniederjürgen

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