In Dolberg beginnt Zukunft
Peter Harke
Matthias Graf (Stadtwerke) erklärt Bürgermeister Dr. Alexander Berger das Innenleben der Verteilstation am Asternweg.
Peter Harke

Über eine gute Verkehrsanbindung verfügt Dolberg seit jeher – nun ist das Lambertidorf auch an die weltumspannende Da­ten­au­tobahn angeschlossen, jedenfalls ein Teil seiner Bewohner. „Hier beginnt heute Zukunft“, stellte am Mittwoch Bürgermeister Dr. Alexander Berger fest, während andere ländliche Regionen weiter „abgehängt“ blieben. Mit dem Geschäftsführer der Stadtwerke Ahlen, Hans Jürgen Tröger, und dem neuen Geschäftsführer des Hammer Telekommunikationsanbieters Helinet, Dr. Thomas Vol­lert, nahm Berger symbolisch das von den beiden Unternehmen als gemeinsames Pilotprojekt realisierte Glasfasernetz in Betrieb. Vor der neu errichteten Verteilstation am Asternweg drückten die Kooperationspartner kräftig auf einen roten Buzzer, woraufhin eine laute Sirene ertönte.

Ein Dreivierteljahr nach dem Start der Baumaßnahme seien 25 Kilometer Glasfaser in Dolberg verlegt und 247 Hausanschlüsse fertiggestellt, wovon knapp 50 noch im Laufe des Tages freigeschaltet würden, informierte Tröger. Den fortgeschrittenen Stand schrieb der Stadtwerke-Chef nicht nur dem milden Winter zu. Er lobte ausdrücklich auch das Dortmunder Tiefbauunternehmen Hoffmann-Wüste­feld, das gute Arbeit geleistet habe.

Bürgermeister Dr. Alexander Berger richtete einen „herzlichen Dank“ an die Anwohner für ihr Verständnis und ihre Geduld, wofür sie jetzt aber auch „belohnt“ würden. Ihr wichtigster Ansprechpartner vor Ort war und ist Matthias Graf, Mitarbeiter im Team von Guido Heinrich, Abteilungsleiter für Informationstechnik und Kommunikation bei den Stadtwerken. Ihm ist Dolberg in den letzten Monaten praktisch zur zweiten Heimat geworden. Sogar die Mitgliedschaft im örtlichen Schützenverein sei ihm schon angetragen worden, erzählte Graf schmunzelnd.

Seine Arbeit in Dolberg ist freilich mit dem gestrigen Tag nicht beendet. Weitere 250 Anschlüsse stehen noch aus. „Mit insgesamt 495 Verträgen haben wir eine Marktabdeckung von fast 50 Prozent erzielt“, freut sich Christiane Hellmich als verantwortliche Pro­jektkoordinatorin bei Helinet. Hinzu kommen 38 Kunden an der Guissener Straße und 18 im Bereich Bankampstraße und Henneberg.

Alle Fäden respektive Fasern – zwischen 144 und 288 stecken in einem sogenannten Stammkabel – laufen in der Station am Asternweg zusammen. Über 19 Schächte verzweigt sich von hier das Glasfasernetz in die Dolberger Unterwelt. Das Grundstück, für Hans Jürgen Tröger ein „optimaler Standort“, haben die Stadtwerke von der Stadt erworben. Ein vergleichsweise kleiner Posten bei einer Gesamtinvestition von 2,3 Millionen Euro.

„Im Mai wollen wir hier in Dolberg fertig sein“, sagt Tröger und richtet seinen Blick schon auf den nächsten Ahlener Ortsteil, der mit schnellem Internet beglückt werden soll: Vorhelm-Bahnhof. Dort machen von 206 Haushalten bisher 110 mit. „Die Resonanz ist deutlich positiver als wir erwartet haben“, bilanziert Christiane Hellmich. Ihr neuer Chef stellt fest: „Die Bevölkerung schreit einfach nach der Technik.“ Seit 1. Februar steht Dr. Thomas Vollert an der Spitze der Helinet. Er sagt, er freue sich auf diese Aufgabe und auf die weitere Zusammenarbeit mit den Ahlener Stadtwerken, die nach seinen bisherigen Eindrücken „vorbildlich“ laufe.

Demnächst wird Vollert es hier allerdings mit einem neuen Partner zu tun bekommen, denn Hans Jürgen Tröger geht mit Ende dieses Monats in Rente. Vorher, am 24. März, steht aber noch eine Sitzung des Aufsichtsrates in seinem Terminkalender. Dann werde über das nächste Ausbaugebiet, Cluster genannt, entschieden. „Das wird definitiv in Ahlen sein“, macht Tröger neugierig, will mehr aber noch nicht verraten.

von Peter Harke

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