Integrations-Konzept stößt auf Widerstand

Stein des Anstoßes war im Dolberger Ortsausschuss die Gemeinschaftsunterkunft am Hermesweg.

Ein Stein des Anstoßes ist die Gemeinschaftsunterkunft am Hermesweg. Uwe Maschelski (SPD) warf CDU und FWG in der Diskussion vor, die Flüchtlinge und die Gemeinschaftsunterkunft aus Dolberg vertreiben zu wollen. „Sie sprechen aber nicht für alle Dolberger.“ Wenn die CDU die Immobilie in Dolberg aufgeben wolle, hätte sie im Rahmen der Haushaltsberatungen Geld für einen Neubau einstellen müssen, erläuterte Maschelski.

„Wir lassen uns keine Fremdenfeindlichkeit in die Schuhe schieben“

Heinrich Nigges (CDU) entgegnete: „Wir lassen uns nicht Fremdenfeindlichkeit in die Schuhe schieben.“ Zur Weiterentwicklung des Konzeptes in Ahlen gibt es eine Gruppe, die zweimal getagt hat (das „AT“ berichtete). Sie hat sich unter anderem dafür ausgesprochen, die Unterkunft in Dolberg beizubehalten – bei einer Belegung von circa 50 Personen. Das kritisierte unter anderem Dennis Kykal (CDU).

Er monierte auch, falls die Stadt irgendwann wieder mehr Menschen zugewiesen bekomme, sie ein halbes Jahr benötige, damit die ehemalige Bodelschwinghschule zur Verfügung stehe. Heinrich Artmann (FWG) sagte als Mitglied der Entwicklungsgruppe, er sei entsetzt über das Protokoll. Es sei einhellige Meinung gewesen, Flüchtlinge nicht in Ost-Dolberg unterzubringen, weil dies zu dezentral sei. Das sei ein Integrations-Hemmnis.

Menschen leben nur vier Monate am Hermesweg

Nigges (CDU) bemängelte: „Wir haben nicht nur gute Erfahrungen mit der Unterkunft gemacht.“ Ulf Rosenbaum (CDU) warf der Verwaltung vor, sich über die Ergebnisse der Entwicklungsgruppe hinwegzusetzen. Fachbereichsleiterin Ursula Woltering entgegnete, dass die Menschen nur vier Monate am Hermesweg lebten. In der Zeit würden sie betreut und bekämen Schulungen. Anschließend zögen sie in Wohnungen um.

Stadt bräuchte mehr Betreuungskräfte

Ein Experte aus Münster in der Entwicklungsgruppe habe an der Lage der Unterkunft am Hermesweg gezweifelt, weil Flüchtlinge in Münster viel länger in den Unterkünften lebten. „In Münster ist der Wohnungsmarkt dicht. Das ist eine andere Situation.“ Woltering erklärte, dass die Stadt mehr Betreuungskräfte benötige, falls man die Unterkunft aufgebe.

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