Jecken schicken Bacchus zum Teufel
Bild: Otto
Die Bacchusbeerdigung am Hof Münsterland mit dem Verbrennen des Maskottchen bedeutete das Ende der Karnevalssession. Zeugen waren unter anderem Prinz Andy I. und das Kinderprinzenpaar.
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Die Karnevalsgesellschaften trafen in der in den letzten närrischen Zügen liegenden „Narrenhochburg Hof Münsterland“ zusammen, um den unheimlich heimlichen, weil nie in Erscheinung tretenden Star der fünften Jahreszeit namens Bacchus für die kommenden Monate „zum Teufel zu schicken“. Gut, die Trauer hält sich letztlich in Grenzen, wird doch bereits am Elften im Elften dieses Jahres die neue Session unter der Federführung des Ahlener Carneval Clubs (ACC) ausgerufen. Bacchus bekommt eben einmal im Jahr seinen großen Bahnhof, wenn sich bei der Beerdigung – oder besser beim Anzünden – alles um ihn dreht.

Die Totenwache vorweg, gedenkt Pastor Carlo gerne der oftmals den Jecken verborgen gebliebenen kleinen Anekdoten am Rande. Bacchus flüstert dem Gottesmann seine guten und seine weniger guten Gedanken ein, ehe er im Rausche des Augenblicks alles vergisst und sich ergeben seinem lodernden Schicksal fügt.

Zuvor jedoch hat auch der „olle Trunkenbold“ Bacchus dem Stadtprinzen, seinem Gefolge und der federführenden Gesellschaft Schwarz-gelbe Funken gehuldigt. Dem venezianischen Karneval zuvor sei eine vollkommen anders geartete Session in Anlehnung an die Flower-Power-Jahre der späten 1960er-Jahre gefolgt und habe Akzente gesetzt – mit tollen, bunt kostümierten Fußgruppen und fantasievoll gestalteten Mottowagen. Bacchus habe viel Spaß gehabt, meinte Pastor Wilk, ehe sich der Trauerzug, angeführt von den Happy Trumpets, auf den Weg zur letzten Ruhestatt machte.

Letzte Tränen hat dann die Trauergemeinde doch noch vergossen. Als die Strohpuppe aber schließlich mit Hilfe von Feuer und kleinen Feuerwerkskörpern im wahrsten Sinne in die Luft ging, war es mit der Trauer auch schon vorbei. Die Jecken freuen sich auf die nächste Session.

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