Junge Leute gegen radikale Gedanken stark machen
Eine Menge Anerkennung zollten die Abgeordneten den Ahlener Kooperationspartnern von „Demokratie leben“: (v. l.) Henning Rehbaum, Daniela Noack, Ulla Woltering, Annegret Kost-Ateser, Michael Engbers und Reinhold Sendker.

Die CDU-Politiker aus Bundes- und Landtag informierten sich gemeinsam darüber, wie das Bundesprogramm von den Kooperationspartnern Stadt Ahlen, Arbeiterwohlfahrt und Bürgerzentrum Schuhfabrik umgesetzt wird. „Demokratie geht uns alle an“, sagte Projektkoordinator Michael Engbers einleitend. Sie sei mit einer Haltung verbunden und wesentlich mehr, „als nur an die Wahlurne zu gehen.“

Den Abgeordneten brachte Engbers die Bausteine näher, aus denen sich das Programm in Ahlen zusammensetzt. Neben dem Aktions- und Initiativfonds ist vor allem das Jugendforum zentraler Ort, an dem Aktivitäten geplant und umgesetzt werden. Diese seien immer darauf gerichtet, jungen Menschen den Wert demokratischer Kultur praktisch zu vermitteln. Allein in diesem Jahr stehen dem Fonds 24 000 Euro zur Verfügung, um lokale Initiativen und Vereine zu unterstützen.

Obwohl erst für das nächste Jahr vorgesehen, sei der programmatische Schwerpunkt „Religiöser Extremismus und Islamophobie“ vorgezogen worden, „weil hochaktuell“, so Engbers. Bundestagsabgeordneter Reinhold Sendker trug an die Projektpartner den Wunsch heran, religiösen Extremismus als zentrales Thema dauerhaft zu betrachten. Die in Ahlen geleistete Arbeit sei wichtig, um Tendenzen zu sehen.

 „Gut, dass wir das in Ahlen haben“, lobte Henning Rehbaum die Anstrengungen der Projektpartner. Der Landtagsabgeordnete hält es für vordringlich, junge Leute gegen radikale Gedanken stark zu machen: „Gerne können Sie auch noch die Bekämpfung von Antisemitismus mit hineinpacken“. Vor allem unter Geflüchteten aus muslimischen Ländern sei systematisch anerzogener Antijudaismus und Israelfeindlichkeit weit verbreitet, weiß Rehbaum. Flexibilität in der Themenwahl versicherte Integrationsbeauftragte Daniela Noack: „Wir beißen uns nicht an Themen fest“. Grundanliegen sei es, Vielfalt positiv darzustellen. Ein Projekt im vergangenen Jahr habe sich auch dem Verhältnis von Muslimen und Juden gewidmet. Eine weitere große Bedrohung demokratischer Spielregeln erkennt Reinhold Sendker in der Verrohung der Sprache. „Früher haben wir in einem sprachlichen Umfeld gearbeitet, das sachlich nüchtern war.“ Heute vermisse er häufig in den sozialen Medien den respektvollen Umgang miteinander. Sendkers Appell: „Wir müssen zurück zur Sachlichkeit: Das ist der Punkt.“

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