Kalenderstreit erreicht den Karneval
Bei der KFD-Weiberfastnachtsparty am 23. Februar in Vorhelm wird dieses Foto zugunsten des Heimatvereins verkauft. Eine Frauengruppe stellte ein 40 Jahre altes Bild nach, gegen dessen Veröffentlichung in einem Heimatkalender eine Ahlenerin nun geklagt hat.

Allen voran bei der Karnevalsgesellschaft (KG) Klein-Köln. Sie will das Thema in ihrer Session aufarbeiten. „Wir wollen nichts provozieren. Aber das Ereignis betrifft unser Dorf und hält daher Einzug in die Büttenreden“, sagt Helmut Krainski, Vorsitzender der KG Klein-Köln, auf „AT“ Anfrage.

Die Karnevalisten haben eine besondere Verbindung zu dem strittigen Foto aus dem Jahr 1977. Denn es zeigt nicht bloß, wie im Kalender beschrieben, den Turnunterricht von „Mädchen im Einheitsdress in der 1971 eröffneten Halle an der Schulstraße“, sondern das Training der Tanzgarde der KG Klein-Köln. „Sollte die Klägerin recht bekommen, können wir eine Festschrift zum 70-jährigen Bestehen der KG Klein-Köln im Jahr 2018 knicken“, erläutert Krainski, dass für diese Chronik ebenfalls historische Fotos verwendet werden sollten. „Dann müssen wir damit rechnen, dass plötzlich auch Leute um die Ecke kommen und Geld wollen.“

Für die Klägerin – eine 49-jährige Ahlenerin, die im Wibbeltdorf aufgewachsen ist – hat er kein Verständnis. „Ihre Angehörigen wohnen immer noch in Vorhelm. Sie nimmt in Kauf, dass getuschelt und mit dem Finger auf sie gezeigt wird.“

Ehemalige Tänzerinnen stellen Bild nach

Mit einer gehörigen Portion Humor nimmt eine Frauengruppe aus Vorhelm den Rechtsstreit auf die Schippe, der um das 1977 aufgenommene Foto entbrannt ist: Sie hat die Szene nachgestellt – und das nahezu in den Originalposen und im damaligen Turndress, bei dem geringelte Kniestrümpfe dominieren. Hinter der Idee stecken mit Ausnahme der Klägerin alle Frauen, die als Kinder auf der 40 Jahre alten Fotografie zu sehen sind.

Das Foto ist in Sepia-Tönen gehalten und soll bei der KFD-Weiberfastnachtsparty am Donnerstag, 23. Februar, gegen eine Spende für den Heimatverein verkauft werden.

Mehr im „AT“ vom 15. Februar.

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