Keine Hinweise auf rechtsradikalen Hintergrund
Bilder: Jotzeit 
Vergeblich haben die Einsatzkräfte am Montag den Berliner Park durchkämmt und nach der Ttatwaffe gesucht.
Bilder: Jotzeit 

„Dazu liegen uns keine Erkenntnisse vor“, sagte Beck. Aus der Befragung des Opfers lasse sich lediglich schließen, dass die vier Personen wohl eine ausländerfeindliche Gesinnung hätten. Denkbar sei, dass junge Leute einfach ausgerastet seien. So etwas komme heutzutage leider öfters vor.

Unklar sei, warum der 46-Jährige nachts allein durch den Park gegangen sei. „Persönliche Gründe könnten eine Möglichkeit sein“, vermutete Beck. Aber andere Erklärungen seien ebenfalls möglich. Unbeantwortet blieb die Frage, ob das Opfer über ein Handy verfügt habe.

Noch nicht ausgewertet worden seien die Fußabdrücke vom Tatort, so Beck. Daher könne er nicht sagen, ob sich darunter Spuren von Springerstiefeln befunden hätten.

Ziemlich sicher ist sich der Oberstaatsanwalt allerdings, dass der Überfall in Ahlen nichts mit den jüngsten rechtsextremistischen Vorfällen in Thüringen zu tun hat. Bei dem 46-jährigen Ahlener gehe er von einem Zufallsopfer aus, so Beck. Die Frage, ob die Staatsanwaltschaft im Rahmen der Ermittlungen auch die Autonomen Nationalisten Ahlen (ANA) im Visier hat, beantwortete Beck kurz und knapp: „Wir ermitteln in alle Richtungen.“

Noch nicht bekannt war ihm zu diesem Zeitpunkt, dass in unmittelbarer Nähe des Tatorts zwei Videokameras installiert sind. Diese befinden sich auf dem Blockheizkraftwerk des ehemaligen Freizeitbades. Mit ihnen wird das Gelände beobachtet. Demnach könnte es sein, dass das 46-jährige Opfer, das sich nach dem Überfall schwer verletzt vom hinteren Teich des Berliner Parks zur Polizeiwache geschleppt hat, gefilmt worden ist.

„Bis zur Mittagszeit hat sich von der Polizei noch niemand bei uns gemeldet“, teilte Thomas Schliewe, Abteilungsleiter der Bädergesellschaft, auf „AT“-Nachfrage mit. Allerdings bezweifelte er, ob die Kameras nachts wirklich etwas aufgenommen hätten, das zur Aufklärung beitragen könnte. „Wir sehen damit ausschließlich in unser Gelände ein“, so Schliewe, öffentliche Wege dürften nicht überwacht werden.

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