Kiosk am Berliner Park droht der Abriss
Bild: Jotzeit
Monika Tussing setzt sich für den Erhalt des Kiosks an der Dolberger Straße an. Für sie ist das alte Gebäude neben der Wersebrücke ein echtes Kleinod.
Bild: Jotzeit

Monika Tussing, die im Süden der Stadt aufgewachsen ist und selbst als Kind manchen Groschen an der Bude für Schleckereien ausgegeben hat, bedauert die Entwicklung. „Ich war schockiert, als ich von den Abrissplänen gehört habe“, gesteht die SPD-Ratsfrau ein. „Den Kiosk neben der Wersebrücke kennt fast jeder.“ Er sei ein echtes Kleinod und fast eine Art Wahrzeichen.

Dass der Zahn der Zeit kräftig am kleinen Gebäude genagt habe, sei unbestritten und klar zu erkennen, räumt Tussing ein. Dennoch möchte sie sich für die Rettung des Kiosks stark machen. Das Gebäude in dieser Form sei im weiteren Umkreis einmalig, sagt sie. Das habe sie bei der Recherche im Internet festgestellt. Wenige vergleichbare Exemplare gebe es noch in Frankfurt.

Ausdrücklich warnt sie vor einem Schnellschuss und erinnerte an die Villa Kerkmann, die quasi über Nacht platt gemacht worden sei. Als herber Verlust habe sich im Nachhinein auch der Abriss der Bäreninsel an der Oststraße herausgestellt, unterstreicht Tussing. „Während wir in Ahlen damals unseren Kiosk abgerissen haben, steht ein fast identisches Gebäude in Bonn vor dem Bundeshaus mittlerweile unter Denkmalschutz.“

Dass die Ahlener Stadtverwaltung überlegen muss, was mit dem Kiosk an der Dolberger Straße passiert, ist für Tussing nachvollziehbar. Immerhin habe der ehemalige Pächter seinen Vertrag zum 30. November 2012 gekündigt, und ein Nachfolger sei nicht in Sicht. Ebenfalls kein Interesse hätten die Stadtwerke Ahlen bekundet. „Vielleicht gibt es noch andere Möglichkeiten, um das Gebäude zu nutzen“, gibt Tussing zu bedenken. Beispielsweise könnte dort ein Ausstellungsraum entstehen, in dem die Geschichte der Ahlener Kioske dokumentiert werde. Aber auch Kunstprojekte seien denkbar.

„Es drängt uns niemand zum Abriss“, unterstreicht Tussing. Auf jeden Fall sollte das Thema zunächst in aller Ruhe im Bauausschuss beraten werden. Auch eine Ideenbörse sei sinnvoll.

SOCIAL BOOKMARKS