Kirmes und Zelte weiterhin aufstellbar
Christian Wolff
Ein Blick über den Ahlener Osten. Mittendrin liegt der Dr.-Paul-Rosenbaum-Platz – hier erkennbar an den großen weißen Zelten während einer „Ahlener Woche“. Diese soll, ebenso wie die Kirmes, auch nach der Umgestaltung an selber Stelle ausgerichtet werden.
Christian Wolff

Der Siegerentwurf, mit dem die Umgestaltung des Dr.-Paul-Rosenbaum-Platzes eingeläutet werden soll, fand auch im jüngsten Stadtplanungs- und Bauausschuss am Dienstagabend viel Lob. Dennoch: So ganz wollten es einige der anwesenden Politiker nicht glauben, wie Kirmes oder „Ahlener Woche“ zwischen den geplanten Baumgruppen und Grüninseln künftig den nötigen Platz finden sollen.

„Ich kann mir das nicht vorstellen“, sagte Heinrich Artmann (FWG). Das komme ihm alles viel zu eng vor, wenn so viele zusätzliche Bäume gepflanzt werden. Und Martin Hegselmann (CDU) fragte: „Was bringt es uns, wenn wir einen ganz tollen Entwurf haben, aber nur noch 30 statt 40 Fahrgeschäfte auf dem Platz unterbekommen?“ Am Anfang habe er sich auch schwergetan, den vorgesehenen „Platzpark“ gedanklich mit einer Kirmes zu bespielen, brach Bernhard Meiwes (SPD) eine Lanze für den Sieger. „Mit ein bisschen Phantasie geht das aber schon.“ Petra Pähler-Paul (Grüne) nannte Beispiele aus anderen Städten, wo Fahrschäfte auch mitten in einer Altstadt zwischen Bäumen, Häusern und anderen Anlagen zu einer Kirmes vereint würden. Das könne auf besagter Fläche in Ahlen in Zukunft gemacht werden. Von den 365 Tagen eines Jahres sei nur an wenigen Kirmes, so dass diese nicht im Mittelpunkt der Diskussion stehen dürfe.

Stadtplaner Markus Gantefort bekräftigte, dass die bisherigen Großveranstaltungen auf jeden Fall an selber Stelle wieder ausgerichtet werden können. Das sei im Übrigen Voraussetzung des Wettbewerbs und der klare Wunsch aus der Bevölkerung gewesen. „Wir haben vielleicht nicht mehr die große Flexibilität, aber eine deutlich höhere Aufenthaltsqualität auf dem Platz“, sagte er.

Sämtliche teilnehmenden Planungsbüros hätten im Vorfeld die aktuellen Aufstellpläne erhalten und sich daran größenmäßig orientieren können, so Gantefort. Es gebe sogar Pläne, wo die Fahrgeschäfte in den Siegerentwurf integriert wurden. Auf dieser Basis sei ein Nachweis erbracht worden. „Diese Pläne möchte ich gerne mal sehen“, forderte Heinrich Artmann.

Rolf Leismann (BMA) will unbedingt den Eindruck verhindern, dass die Politik eine Planung durchsetze, die von den Menschen vielleicht nicht gewollt ist. Bernhard Meiwes ist überzeugt, dass dieser Eindruck nicht bestehe. „Wir werden Kritik aushalten müssen.“ Ellen Wiewelhove vom Planungsbüro „Post, Welters + Partner“ erläuterte, dass Kommunikation das Wichtigste sei. Deswegen habe es Ortstermine und digitale Angebote gegeben. Aber: „Es war schon schwierig, den Ahlenern ihre Meinungen zu entlocken.“

Reiner Jenkel (Linkspartei) vertritt eine eindeutige Meinung: „Im Moment ist der Platz so hässlich wie kein anderer in Ahlen.“ Da könne jeder Entwurf nur ein Gewinn sein. „Wir haben schon viele Parks in Ahlen“, konterte Heinrich Artmann. „Es darf nicht nur darum gehen, mehr Grün an diese Stelle zu bekommen.“

von Christian Wolff

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