Klimaschutz ist komplex
Christian Wolff
Einige Schuldächer, wie hier die Lambertischule in Dolberg, sind bereits mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. Der Verein für erneuerbare Energien in Ahlen vermisst jedoch die konsequente Fortsetzung auf anderen städtischen Gebäuden.
Christian Wolff

Tut die Stadt zu wenig in Sachen Klimaschutz? Der Verein für erneuerbare Energien in Ahlen („Verena“) vertritt diese Auffassung, wie am Montagnachmittag im Ausschuss für Ordnung, öffentliche Einrichtungen und Anregungen deutlich wurde. Und auch in einem Bürgerantrag, den Yannik Lohmann einreichte, wurde die Öffentlichkeitsarbeit zu diesem Thema kritisiert.

Agnes Weber und Frank Bodewig richteten im Namen des Vereinsvorstands einen deutlichen Appell an Verwaltung und Politik. Sie zeigten sich enttäuscht darüber, dass viele Maßnahmen bereits vor zehn Jahren durch den Rat auf den Weg gebracht worden, aber nicht oder kaum verfolgt worden seien. Die Ausstattung sämtlicher städtischer Gebäude mit Photovoltaikanlagen – beginnend mit Schulen und Kindergärten – beziehe sich auf einen Ratsbeschluss aus dem Jahr 2012, bliebe jedoch bisher nur Stückwerk, aktuelle Energieausweise seien weder in Aushängen noch im Internet zu finden. „Wir verstehen auch nicht, warum ein externer Berater in solchen Fällen die Machbarkeit prüfen soll“, so Bodewig. Diese Frage stellte auch Martin de Kunder für die BMA. „Muntern Sie mich auf, dass wir noch die Kurve kriegen“, schloss Agnes Weber ihre Stellungnahme.

Klaudia Froede, die mit der neu eingerichteten „Stabsstelle Klimaschutz und Mobilität“ betraut ist, warb um Verständnis, dass die Stadt aus Personalmangel auf externe Kräfte zurückgreifen müsse. „Es gibt unglaublich viel zu tun. Das Gebiet ist wahnsinnig komplex“, sagte sie. Einige Projekte und Impulse seien auf dem Weg in die zuständigen Fachabteilungen. „Wir sind mitten in der Bestandsaufnahme.“ Mit Lukas Ossenbrink habe außerdem gerade erst ein neuer Mobilitätsmanager seinen Dienst angetreten. Froede räumte ein, dass es noch an Öffentlichkeitsarbeit mangele, aber daran werde gearbeitet. „Wir wollen die Ahlener schließlich für das Thema begeistern.“

Was die Ausstattung der Gebäude mit PV-Anlagen angeht, gab die Stabsstellen-Leiterin einen Überblick. Bestückt seien derzeit Overberg-, Diesterweg-, Gesamt-, Augustin-Wibbelt-, Lamberti- und Martinschule. Daneben gebe es Photovoltaikdächer auf der Hauptfeuerwache und der Feuerwache Süd sowie auf einer Sporthalle.

„Andere Dachflächen sind mitunter zu alt und müssten erst einmal saniert werden“, so die Fachfrau. Investitionen müssten dann in den Haushalt eingestellt werden. „Das geht aus dem Stand sowieso jetzt nicht.“ Die Idee, Kindergärten im Passivhausstandard zu errichten, halte das Zentrale Gebäudemanagement (ZGM) zudem für unwirtschaftlich, da in solchen Einrichtungen häufig Türen offenstehen, berichtete Klaudia Froede.

von Christian Wolff

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