Kompromiss mit Konflikt-Potenzial
Ulrich Gösmann
Auf dieser 2000 Quadratmeter großen Baulücke sollen drei Wohnkomplexe mit jetzt nur noch 18 Einheiten entstehen. In der überarbeiteten Fassung finden sich sechs Pkw-Stellflächen oberirdisch. In der Tiefgarage entfallen zwei.
Ulrich Gösmann

Neuer Anlauf für das Bauvorhaben an der Eschenbachstraße. Der Stadtplanungs- und Bauausschuss soll am kommenden Dienstag, 1. September (17 Uhr, Ratssaal), einen Beschluss aufheben, den er erst vor drei Monaten für einen Wohnbaukomplex getroffen hatte. Anwohnerproteste (wir berichteten) initiierten in der Zwischenzeit eine Überarbeitung der Planungen. Dass auch die Neufassung des Beschlusses auf Widerstände stößt, schickt die Verwaltungsvorlage bereits vorweg.

20 Wohneinheiten in drei Gebäudekomplexen auf einem 2000 Quadratmeter großen Grundstück: Anwohner sagten bei einem Ortstermin unmittelbar nach dem Erstbeschluss ein Parkraum-Chaos voraus, woran auch eine Tiefgarage nichts ändern werde. Ein Stellplatz pro Wohneinheit: zu wenig.

In einer Stellungnahme, von 98 Bürgern unterzeichnet, äußerten Bürger ihre Bedenken. Weitere Objekte in gleicher Größenordnung seien in dem vornehmlich von Einfamilienhäusern geprägten Wohnquartier zu befürchten. Der Verkehr verdichte sich weiter, der Großraum „Hohle Eiche“ steuere auf einen Kollaps zu.

Bedenken, die in einem erneuten Gespräch zwischen Verwaltung, Investor und Architekt auf den Tisch kamen – und zu Korrekturen führten.

Stand jetzt: Zwei Wohneinheiten entfallen. Ebenso zwei Parkplätze in der Tiefgarage. Das schafft Platz für eine Rampe, die anstelle eines Aufzugs Anbindung an die Eschenbachstraße schafft und von Anliegern als Hindernis empfunden wurde, den Wagen regelmäßig in die Tiefgarage zu fahren. Oberirdisch werden nun sechs neue Stellflächen auf dem Grundstück geschaffen. Lage und Erschließung bleiben. Das zur Eschenbachstraße ausgerichtete Wohnhaus erhält zusätzlich ein Staffelgeschoss.

Die Verwaltungsvorlage weist darauf hin, dass der statistische Wert von zwei Pkw pro Haushalt auf Einfamilienhäuser zutreffe, nicht jedoch auf den Mietwohnungsbau. Hier gelte ein Durchschnittswert von einem Pkw.

Anfang August äußerten Vertreter der Einwender in einem weiteren Gespräch im Rathaus, dass ihnen der Kompromiss noch nicht weit genug gehe. Sie schlugen vor, die Grundfläche der Wohnhäuser insgesamt zu reduzieren. Statt der drei Komplexe sollten es nur noch zwei mit maximal acht Einheiten sein. Darüber hinaus der Wunsch nach Tausch der Flachdächer gegen Satteldächer, da sie sich besser in die Umgebung einfügen würden. Das Staffelgeschoss auf dem vorderen Gebäude sollte wegfallen, darüber hinaus weiterer oberirdischer Parkraum geschaffen werden.

Die Verwaltung sieht in einem Abspecken auf nur noch zwei Mehrfamilienhäuser mit je acht Wohneinheiten und Satteldächern keine städtebaulich verträglichere Bebauung als in drei kleineren Gebäuden mit Flachdächern. Diese würden weniger stark in Erscheinung treten, da eine insgesamt geringere Gebäudehöhe und kleinere Grundfläche pro Gebäude vorlägen. Auch verringere sich die Verschattungstiefe. Da es nordwestlich bereits Flachdächer gebe, würden sich die Gebäude gut ins Umfeld integrieren.Positiv zu bewerten sei das Vorhaben der Dachbegrünung. Für weitere Pkw-Stellflächen sieht die Vorlage keinen Platz.

Die Sorgen vor einem Verkehrskollaps soll im Verfahren zur Aufstellung des Bebauungsplans „Hohle Eiche“ diskutiert werden.

von Ulrich Gösmann

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