Kreuzweg mit Impulsen für die Gegenwart
Bild: Kunst
In Anlehnung an die biblische Überlieferung trugen die Teilnehmer ein Holzkreuz den Wanderweg hinauf. Zwölf Stationen umfasst die Strecke.
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In Zusammenarbeit mit den evangelischen, katholischen und syrisch-orthodoxen Christen feierten die Organisatoren das kleine Jubiläum mit einer neuen Idee. Der Auftritt der Zeitzeugen Judas (Karl-Heinz Stegt), Pontius Pilatus (Thomas Tunc), Simon von Cyrene (Karl Nillies) und der Weinenden Frauen (Margret Weber und Hildegard Heitfeld) erlaubte einen einfühlsamen Blick in ihr Denken und Handeln. „Für die einen bin ich ein Betrüger und geldgierig, für die anderen ein Heiliger, weil ich Gottes Willen erfüllt habe“, sagte Judas. Pilatus gab sich selbstbewusst und unter Zeitdruck entscheidungsfreudig: „Ich muss jetzt meine eigene Haut retten und werde diesen religiösen Träumer kreuzigen lassen.“

Zum Nachdenken regten auch die auf die heutige Zeit übertragenen Impulse der Sprecher an. Die Texte entwarfen die Organisatorinnen Martina Jotzeit (Vereinsvorsitzende), die ehemalige Pastoralreferentin Heintraud Maria Schmelting und Pfarrerin Dr. Petra Gosda. Der von Jotzeit zitierte Vers aus dem Lukas-Evangelium „Und es folgte eine große Menschenmenge“ ließ sich perfekt übertragen: 210 Menschen pilgerten betend und singend auf das Haldenplateau. Musikalisch unterstützte das Blasorchester Dolberg unter Leitung von Alexander Ort die Veranstaltung. „Ich gehe den Weg gern und bin jedes Mal dabei“, sagte Flügelhornist Hubert Beruda bei seiner zehnten Teilnahme.

Ausdauer zeigten auch die mitwandernden Kinder. Lukas (5) und Dominik (8) waren als erste auf dem Plateau und staunten über den beeindruckenden Ausblick. Rebecca (5) erfreute sich an den ersten blühenden Sträuchern und pflückte einen Blumenstrauß.

Bedauern äußerte Jotzeit am Ende des Weges über ihren Plan, den Kreuzweg mit Kunstobjekten aus der Klosterschmiede Meschede auszustatten. „Wir mussten die einzelnen Stationen leider wieder mit rot-weißem Flatterband markieren“, sagte sie. Seit fast zwei Jahren versuche der Verein, das Projekt zu realisieren. Die bürokratischen Hürden seien jedoch hoch. Politik und Verwaltung legten dem Verein eher Steine in den Weg, als ihn zu unterstützen. „Das ist nicht nachvollziehbar“, bedauerte sie.

Denn die Finanzierung der Objekte sei durch Spenden komplett gesichert und der künstlerisch gestaltete Kreuzweg somit ein Geschenk an die Stadt. Jotzeit rief die Gläubigen dazu auf, das Vorhaben aktiv zu unterstützen.

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