Kumpel mit Herz: Werner Danzer gestorben
Bild: Detlef Peter Jotzeit
Werner Danzer, Multi-Talent und echter Kumpel, ist am Mittwochmorgen überraschend verstorben.
Bild: Detlef Peter Jotzeit

„Nicht verzagen, Werner fragen.“ Dieser Spruch eilte Werner Danzer in den vergangenen Jahren stets voraus. Der ehemalige Kumpel war ein Multi-Talent: Organisator und irgendwie „Mädchen für alles“ – wie einige Weggefährten des Öfteren sagten. Immer wieder krempelte er die Ärmel hoch und brachte sich für gemeinnützige Aktionen ein. Dabei machte er um seine Person nie großes Aufsehen. „Ich helfe halt gerne“, sagt er einmal ganz bescheiden im Gespräch mit dem „AT“.

Sein ehrenamtlicher Einsatz ging stets über die Grenzen des normalen Mithelfens weit hinaus. Das wissen zwei heimische Vereine besonders zu schätzen: der Förderverein Fördertürme Ahlen und der Trägerverein Schullandheim Winterberg. In beiden Gruppierungen brachte sich Danzer mit unermüdlichem Engagement und vielen Kontakten ein.

Ein Paradebeispiel war der Förderturm Schacht I auf dem ehemaligen Zechengelände. Nach der Schließung des Pütts war der stählerne Turm in einen Dornröschenschlaf versunken und rostete vor sich hin. Als sich einige Gewerkschafter den Förderturm mal von oben ansehen wollten, stellte sich heraus, dass eine Besteigung aus Sicherheitsgründen nicht möglich war. Die Geländer waren zu niedrig und eine Auftragsvergabe an eine Firma wäre zu teuer geworden.

Kurzerhand mobilisierte Danzer zehn Mann, um das Geländer in rund 600 Arbeitsstunden zu erneuern. Dabei wurden 12,5 Tonnen Stahl per Hand transportiert und verarbeitet. Seitdem kümmerte sich Danzer regelmäßig um den Förderturm. Mal gab es am Zaun etwas zu reparieren, mal musste eine Fahne in 40 Metern Höhe gehisst werden.

Mit Gewerkschaftsfreunden hat sich Danzer zudem für das Schullandheim in Winterberg eingesetzt. Mit einer Unterschriftenaktion zum Erhalt des Schullandheims fing alles an. Danach war er stets zur Stelle, wenn eine helfende Hand gebraucht wurde. 2015 gehörte Danzer zu den Gründungsmitgliedern des Vereins „Jupps Fotoclub“.

Noch ein weiteres Projekt hatte Danzer im Auge: Die Rettung des Mannschaftsgangs auf dem ehemaligen Zechengelände. Doch das hat der rührige Kumpel nicht mehr selbst geschafft.

Mit den Angehörigen trauern ehemalige Kumpel und Freunde um Werner Danzer.

Ausführlicher Bericht in der „AT“-Ausgabe vom 26. Januar.

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