Kunstvolle Grabmale im Wettbewerb
Bild: Lange
Liebe zum Detail haben der Ahlener Steinmetzmeister Andreas Magera (l.) und Steinmetzgeselle Andreas Hülsen bewiesen.
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Mit diesem und zwei weiteren Musterexemplaren nimmt der Ahlener Steinmetzmeister Andreas Magera beim Wettbewerb „Grabgestaltung und Denkmal“ der Bundesgartenschau teil.

„Wir hatten nicht damit gerechnet, dass alle drei Entwürfe zugelassen werden“, freut sich Magera. Es ist die erste Teilnahme an dem prestigeträchtigen Wettbewerb, für den 70 von 500 Einsendungen berücksichtigt worden sind. Im Vorfeld hatte der Magera Modelle im Maßstab von 1:10 sowie Zeichnungen in Originalgröße eingereicht. Bei der Bundesgartenschau, die vom 18. April bis 11. Oktober in der Havelregion stattfindet, werden 70 Grabfelder exemplarisch angelegt und mit den Grabsteinen bestückt. Eine Jury prämiert die besten Entwürfe.

Die Vorlage für den Stein mit den sechs Blättern – ein Motiv für einen tödlich Verunglückten – hat Magera erarbeitet und gemeinsam mit dem Steinmetzgesellen Andreas Hülsen umgesetzt. Zwischen 30 und 40 Arbeitsstunden investierten die beiden in den Anröchter Sandstein. „Wir haben heimische Materialien verwendet, mit denen wir am liebsten arbeiten“, erläutert Magera.

Neben dem Anröchter Sandstein handelt es sich um einen Naturstein „Ocean Beige“. Auf diesem ist ein Spruch der deutschen Gruppe Unheilig eingraviert und ein Schmetterling herausgearbeitet. „Dies ist ein Beispiel, wie das Grabmal eines früh gestorbenen Mädchen aussehen kann“, sagte Magera, dem besonders dieser Stein am Herzen liegt. Eine Besonderheit ist auch das dritte Motiv, ein Herdecker Ruhrsandstein. Am Kopf scheint das Grabmal aufgebrochen, ist jedoch mit Dübeln fest verschraubt. „Der Spruch ‚Erst wenn die Schale zerbricht, kommt der Kern ans Licht‘ hat eine christliche Symbolik“, erklärt Magera. „Durch ein Samenkorn in der Erde entsteht erst etwas Neues.“

Die kunstvolle Arbeit neben dem Tageswerk stellt auch für Hülsen etwas Besonderes dar. „Alltäglich ist es nicht, dass man sich an solche schönen Arbeiten wagt“, sagt er. Magera ergänzt: „Vielleicht ergibt sich die Gelegenheit, auch andere für diese Art der Grabmalgestaltung zu begeistern.“

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