Landwirte: Verbraucher ins Boot holen
Bild: Knöpker
Einen prominenten Gast hatten die Stadtverbände Ahlen und Sendenhorst eingeladen: Unter der Moderation von Marie-Luise Schulze Tergeist stellte sich WLV-Präsident Johannes Röring (5. v. l.) den Fragen der Landwirte.
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Dabei brach er eine Lanze für den bäuerlichen Berufsstand und warb für gute Rahmenbedingungen, um auch Jugendliche für die Landwirtschaft begeistern zu können. „Wir wollen und können uns nicht alles vorschreiben lassen, von der Wiege bis hin zur Bahre, die Menschen sind mündig, um eigenständig Entscheidungen in Verantwortung zu treffen“, machte der Präsident deutlich. Bauernfamilien hätten eine große Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung, aber sie müssten die technischen Fortschritte auch einsetzen können.

„Wir müssen zuhören“

„Wir müssen Verbraucher mit ins Boot nehmen, ihnen zuhören“, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete und forderte auch von den Landwirten Entschlossenheit bei Fragen der Tierhaltung und Produktion von Lebensmitteln. „Wir müssen deutlich Dinge ansprechen, die nicht in Ordnung sind, über Maß und Mitte reden“, ging er auf das Baugesetzbuch ein, das Entwicklung und Chancen für Betriebe blockiere. Es lohne sich, für den bäuerlichen Berufsstand zu kämpfen, bat er die Landwirte, sich auch in Kommunalparlamenten für ihre Interessen einzusetzen.

Sendker lobt Zusammenarbeit

Der heimische Bundestagsabgeordnete Reinhold Sendker lobte die gute konstruktive Zusammenarbeit mit dem WLV-Präsidenten. „Gemeinsam haben wir viel auf den Weg gebracht“, erinnerte er an die Tierschutznovelle und die Haltung gegen das Fracking. Eine deutliche Absage erteilte Sendker den politischen Gegnern. „Sie wollen immer mehr regulieren, jetzt sogar den Fleischkonsum“, kritisierte er und sprach sich für eine Entbürokratisierung aus.

Mehr Zeit für die Energiewende

In der anschließenden Diskussion ging es um die Energiewende. Ein Landwirt aus Sendenhorst kritisierte, dass die Bauern in Photovoltaik und Windräder investiert hätten und das Bundesumweltministerium jetzt Einschnitte bei der Förderung plane. WLV-Präsident Johannes Röring forderte von der Politik mehr Zeit für die Energiewende, sie müsse bezahlbar sein. Die Frage der Zukunft sei, wie die Energie in die Netze eingespeist werden könne. Ein klares „Ja“ sagte der Landwirt aus Vreden zu Biogasenergie, wenn nicht überzogen werde. Vorrang habe der Teller, sprich die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln.

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