Landwirte gegen den Bau der Osttangente
Bild: Jotzeit
Für einen Verzicht auf den Bau der Osttangente, die gut 50 Meter entfernt von dieser Kreuzung auf die Bundesstraße 58 stoßen soll, sprechen sich Ralf Klockenbusch (l.)und Josef Rosendahl aus.
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Im Etatentwurf sind für den Bau der 4,5 Kilometer langen Trasse zwischen der Bundesstraße 58 und der Guissener Straße samt Brücke in den kommenden drei Jahren weitere 12,38 Millionen Euro vorgesehen.

Kritisch beobachtet wird das aktuelle Tauziehen von der Teilnehmergemeinschaft der Flurbereinigung Ahlen Osttangente, die sich aus rund 50 Eigentümern und Erbbauberechtigten sowie Trägern öffentlicher Belange und Vertretern landwirtschaftlicher Verbände des 428 Hektar großen Flurbereinigungsgebietes zusammensetzt.

Grundsätzlich gegen den Bau

Vorstandsvorsitzender ist Josef Rosendahl, Ralf Klockenbusch ist Vorstandsmitglied. Beide fühlen sich nicht ausreichend informiert. Darüber hinaus machen sie keinen Hehl daraus, dass sie grundsätzlich gegen den Bau sind. „Wertvolle Ackerfläche geht dadurch verloren“, merkt Rosendahl an. Allein für die reine Trasse und die notwendigen Nebenflächen würden knapp sechs Hektar Fläche verbraucht.

„Ein wichtiger Kritikpunkt ist, dass die anderen landwirtschaftlichen Flächen zerschnitten werden“, erläutert der Vorsitzende. Auf diese Weise entstünden unrentable Teilstücke. Zwar sei eine Entschädigung geplant. „Aber wie, das steht in den Sternen.“

Tangente soll Zeppelinstraße entlasten

Vom Grundgedanken her soll der Bau der Osttangente zur besseren verkehrlichen Erschließung des Zechengeländes beitragen und die Dolberger Straße sowie die Zeppelinstraße erheblich entlasten. Doch das bezweifeln die Vorstandsmitglieder. „Es fährt doch kein Mensch von McDonalds aus zwei Kilometer in Richtung Beckum, um dann auf die Umgehungsstraße zu kommen“, ist sich Klockenbusch sicher. Das sei schlichtweg unsinnig.

Fraglich sei auch das von den Befürwortern der Osttangente angeführte Argument, dass die Zechensiedlung vom Schwerlastverkehr entlastet werde. „Auf der Zeche haben in Spitzenzeiten mehrere Tausend Bergleute gearbeitet, und ein Großteil der Materialversorgung erfolgte über Schacht 1 und 2“, so Klockenbusch. Aber mehr als zehn Prozent der damaligen Menschenmenge würden dort in Zukunft nie zu erwarten sein.

Befürwortet wird von der Teilnehmergemeinschaft indes die Anbindung der Zeche zur Guissener Straße. „Da muss etwas passieren“, so Rosendahl. „Den anderen Kram brauchen wir nicht.“

Geld wird nur verbrannt

„Wir hoffen auf Einsicht“, sagt Josef Rosendahl. Seiner Meinung nach wird viel Geld für nichts rausgeschmissen. So sei nicht nachvollziehbar, warum bereits im Vorfeld bis zu zwei Millionen Euro ausgegeben worden seien. „Zumal die Landeigentümer nur mit einem kleinen Betrag abgespeist werden.“

Goldene Löffel könne sich entgegen der weit verbreiteten Meinung kein Landwirt vom Erlös kaufen, so Rosendahl. „Wenn für die eigentliche Trassenführung sechs Hektar Fläche benötigt und hochgerechnet der Quadratmeter fünf Euro kosten würden, wären das für den Grundstücksankauf 300 000 Euro“, rechnet er vor.

Der Großteil der mehr als 12 Millionen Euro werde durch Planung, Verwaltung, Gutachten und den Bau der Trasse aufgefressen. Aus diesem Grund ist Klockenbusch auch für einen sofortigen Stopp aller weiteren Planungen. „Zumindest bis feststeht, ob es überhaupt Landesmittel gibt“, ergänzt er. Ansonsten werde nur unnötig weiter Geld verbrannt.

Rosendahl hofft im Rahmen der aktuell laufenden Etatberatungen auf ein Umdenken in der Politik. Als Paradebeispiel nennt er den SPD-Fraktionsvorsitzenden Norbert Bing. Der habe ihm sinngemäß gesagt: „Wenn sich Rahmenbedingungen ändern, muss man auch Stopp sagen.“ Das sei ein Zeichen von politischer Größe, so Rosendahl.

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