Lebensgefahr: Eis auf keinen Fall betreten
Bild: Jotzeit
Nach mehreren frostigen Nächten hat sich auf dem Langstteich im Ahlener Naherholungsgebiet eine Eisfläche gebildet. Tragfähig ist die Schicht aber auf keinen Fall.
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Eindringlich warnt Wachleiter Walter Wolf vor dem vermeintlichen Freizeitspaß. „Auf keinen Fall sollten Eisflächen betreten werden“, sagt er auf „AT“-Nachfrage. Die Gefahr, einzubrechen, sei einfach zu groß. Die aktuelle Situation stufte der Feuerwehrchef dabei als besonders trügerisch ein. Nachts herrschten zwar Minusgrade und tagsüber Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt: „Doch das Eis ist damit noch lange nicht dick genug und tragfähig.“

15 bis 20 Zentimeter seien notwendig, um überhaupt eine gewisse Sicherheit zu haben. „Einige Tage Kälte reichen nicht aus“, unterstreicht er ausdrücklich. Ein Indiz dafür, wie dünn das Eis an manchen Stellen wirklich ist, seien offene Stellen, auf denen sich Enten und Gänse tummelten, sagt Wolf. Als besonders gefährliche Stellen nennt er die Gräfte von Schloss Vorhelm und fließende Gewässer wie die Werse. Auch der Langstteich und die Wasserflächen im Berliner Park dürften nicht unterschätzt werden.

 „Vor einigen Jahren sind zwei Kinder im Bereich des Berliner Parks eingebrochen“, erinnert sich der Feuerwehrchef an eine brenzlige Situation in Ahlen. Nur dank des Einsatzes eines beherzten Passanten seien die Kinder gerettet und Schlimmeres verhindert worden. Mit Hilfe eines langen Stocks habe der Retter ein Kind ans Ufer gezogen. Das zweite Kind habe die Feuerwehr aus der misslichen Lage befreit.

 „Helfer sollten sich nicht selbst in Gefahr begeben“, mahnt Wolf zu Vorsicht. Wer einfach auf eine ins Eis eingebrochene Person zulaufe, drohe ebenfalls einzubrechen. „Das Eis ist an der Bruchstelle schon dünn und wird durch den Helfer zusätzlich belastet“, erklärt Wolf. Am besten sei es, sofort die 112 anzurufen. Ansonsten solle sich der Retter auf den Bauch legen und langsam in Richtung Einbruchstelle robben. Nach Möglichkeit entsprechend gesichert durch ein Seil. „Wir sind auf jeden Fall bestens ausgerüstet“, sagt Wolf. Sobald ein entsprechender Alarm ausgelöst werde, komme ein spezieller Überlebensanzug zum Einsatz. Der schütze den Feuerwehrkameraden effektiv, auch im kalten Wasser.

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