Leifeld Metal Spinning AG stellt Weltneuheit vor
Bilder: Jotzeit
Weltpremiere bei der Leifeld Metal Spinning AG in Ahlen: Vorstandsvorsitzender Gerhard Glanz (l.) und Vorstandsmitglied Oliver Reimann stellten die patentierte Langbettmaschine vor.
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 „Die Maschine ist revolutionär“, schwärmte Gerhard Glanz, Vorsitzender des Vorstands, mit Hinweis auf das entsprechende Patent. Die rund drei Millionen Euro teure Maschine setze mit ihrer völlig neuartigen Technologie Maßstäbe. Es sei nunmehr möglich, Masten aus Stahl, Aluminium, und Edelstahl (Straßenbeleuchtung, Fahnen, etc.) deutlich preiswerter herzustellen. Neben der Materialeinsparung sei unter anderem die Bedienung der Maschine ein wichtiger Faktor. „Sie arbeitet mannlos“, erklärte Glanz.

Von den Vorteilen der neuartigen Technologie konnten sich die Fachbesucher vor Ort selbst ein Bild machen. Binnen weniger Minuten wurde beispielhaft aus einem sechs Meter langen Stahlrohr (220 Millimeter Durchmesser und fünf Millimeter Wandstärke) ein elf Meter langer, konisch zulaufender Mast produziert. „Die Maschine kann aber noch größere Rohre verarbeiten“, unterstrich Glanz.

Wie groß das Interesse an der neuartigen Technologie ist, machte Oliver Reimann, Vorstand CSO, an der großen Zahl der Fachbesucher fest. „Mit rund 9000 Kilometern hatte ein Kunde aus dem Nordosten Chinas die weiteste Anreise.“ Am nächsten dabei gewesen sei ein Kunde aus Ahlen mit einem Fußmarsch von drei Minuten. Neben der patentierten Langbettmaschine wurden weitere Hochleistungsmaschinen für die Bereiche Antriebstechnologie, Metallverarbeitung, Mastenherstellung sowie Räder- und Strecktechnologie vorgestellt. „Unterm Strich erhoffen wir uns von der Hausmesse einen erneuten Zugewinn an Reputation für unser Unternehmen“, sagte Glanz mit dem Hinweis, dass die Firma weltweit tätig sei.

Die rund drei Millionen Euro teure Maschine setzt mit ihrer völlig neuartigen Technologie Maßstäbe.

Große Hoffnungen setzt das Ahlener Unternehmen auf die Weltneuheit. „Die erste Maschine produziert bereits seit drei Monaten erfolgreich in der Türkei“, sagte er. Ein zweites Exemplar sei bereits verkauft. Den Namen der Firma wollte er zwar nicht nennen, doch ließ er sich zumindest entlocken: „Es ist ein Unternehmen in Europa.“

Standort ist gesichert

Ein klares Bekenntnis legte Glanz zum Standort ab. „Ahlen ist und bleibt unser Hauptstandort. Von hier aus lenken wir die Geschicke des Unternehmens in der ganzen Welt“, sagte er. Natürlich könne er das nicht für die nächsten 20 Jahre garantieren, schränkte der Vorstandsvorsitzende ein wenig ein. Aktuell seien rund 175 Mitarbeiter am Standort in Ahlen beschäftigt, so Glanz. An dem neuen zweiten Standort in der thüringischen Gemeinde Artern, der Anfang Juni den Betrieb aufgenommen habe, seien neun Mitarbeiter tätig. „Geführt wird der Betrieb von einem Ahlener Kollegen“, sagte er.

 Mit Blick auf den boomenden Markt in China sei dort im August 2011 eine Vertriebs- und Servicegesellschaft eröffnet worden, ergänzte Reimann. „Aktuell sind dort vier Mitarbeiter, aber wir suchen noch Leute.“ Zumal die Auftragslage besonders gut sei. „Mit China machen wir 30 Prozent unseres gesamten Umsatzes.“

Am Rande notiert

Bürokratische Hürden zu überwinden ist nicht immer ganz einfach. Diese Erfahrung hat die Geschäftsführung der Firma Leifeld Metal Spinning AG einmal mehr gemacht. Als besondere Attraktion für einen Teil der Fachbesucher der Hausmesse war schon vor Monaten die Idee geboren worden, 36 Gäste mit drei Hubschraubern von dem als Parkplatz genutzten Gelände gegenüber dem Firmensitz an der Feldstraße zur Oranienburg des Schlosses Nordkirchen zu fliegen. Der Flugdienst war mit dem heimischen Unternehmen Agrarflug Helilift zwar schnell gefunden, doch die Genehmigung ließ auf sich warten.

„Der Kreis hatte zunächst grundsätzliche Sicherheitsbedenken“, berichtete der Vorstandsvorsitzende der Leifeld Metal Spinning AG, Gerhard Glanz. Dabei sei die Fläche doch groß genug, um dort zu landen. Letztendlich habe es mehr als drei Monate gedauert, bis alles in trockenen Tüchern gewesen sei und die Genehmigung vorgelegen hätte. So außergewöhnlich sei der Wunsch doch eigentlich nicht gewesen, stellte Glanz im Gespräch mit dem „AT“ verwundert fest. Für die Zukunft hoffe er einfach, dass auch die Behörden etwas kundenfreundlicher agierten.

Vorstandsmitglied Oliver Reimann ergänzte in diesem Zusammenhang: „Das war ein langer Weg. Es war schwieriger die Genehmigung für den Hubschraubertransport zu erhalten, als die Chinesen zu überzeugen, nach Ahlen zu kommen.“

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