Linke wollen „Tim im Kongo“ verbannen
In der Stadtbücherei gibt es 24 Comicbände aus der Reihe „Tim und Struppi“, darunter auch das umstrittene Heft „Tim im Kongo“, das Mitarbeiterin Christin Funke aus dem Regal geholt hat. Laut Stadt werden die Bände durchschnittlich zehnmal jährlich ausgeliehen.

Zur Begründung heißt es: Die Geschichte reproduziere fast alle Vorurteile über Afrika und Menschen afrikanischer Herkunft und transportiere Rassismus und den Geist des europäischen Kolonialismus.

In der Ratsdebatte forderte Bürgermeister Benedikt Ruh-möller die Linken auf, auf den Antrag zu verzichten. Es gebe in vielen Büchern Anstößiges, wenn es danach ginge, müsste der gesamte Bestand der Bücherei auf Vorurteile oder Fremdenfeindlichkeit untersucht werden, nannte Ruhmöller als Beispiel die Karl-May-Bücher.

Damit müsse sich jeder Leser verantwortlich auseinandersetzen. Eine Zensur habe es in früheren Zeiten gegeben, „das wollen wir nicht“, sagte Ruhmöller.

Man wolle keine Zensur ausüben, verteidigte Linken-Ratsherr Reiner Jenkel seinen Antrag. Es gehe nur darum, das Buch aus der Kinderabteilung zu entfernen, weil es sich um eine besonders krasse Form von Rassismus handele.

Nicht nur in Ahlen, sondern weltweit habe der Comic schon für Diskussionen gesorgt, das solle man durchaus ernst nehmen, betonte Gabi Duhme (SPD). Der Hinweis der Linken sei gerechtfertigt, plädierte auch Grünen-Fraktionschefin Petra Pähler-Paul wie SPD und CDU dafür, sich mit dem Thema im Schul- und Kulturausschuss auseinanderzusetzen.

Weitere Hintergründe in der Ausgabe vom 6. Juni 2013.

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