Linken-Ratsherr ist nicht willkommen
Bild: Lange
Dirk Tutat, Ratsherr der Linken, wurde bei seiner ersten Sitzung als offizielles Mitglied des Vorhelmer Ortsausschusses von Erhard Richard scharf angegangen.
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Tutat war für Stephan Schulte als neues Mitglied in den Ortsausschuss nachgerückt. Darauf hatte sich der Rat geeinigt. Alle Vorhelmer Vertreter hatten jedoch gegen den Linken gestimmt.

Richard führte am Dienstag die Hauptsatzung der Stadt an, der zufolge Mitglieder der Ortsausschüsse im Gebiet der jeweiligen Ortschaft wohnen sollten. Die „Soll-Bestimmung“ sei ein „rechtliches Muss, wenn man kann“. Richard monierte, dass es der Linkspartei misslungen sei, einen Vorhelmer aus ihren 58 Wählern im Hellbachdorf für den Ausschuss zu gewinnen. Er halte es für angemessener, auf die Entsendung eines Mitglieds zu verzichten.

Am Ende seiner Erklärung griff Richard die Debatte während des Bürgerentscheids auf: Da Tutat in der politischen Meinungsbildung Bürger und ehrenamtliche Kommunalpolitiker in die Richtung von Nazis gerückt und personenbezogene Vergleiche mit Reichspropaganda-Minister Dr. Joseph Goebbels angestellt habe, sei es selbsterklärend, dass im Rat gegen die Bestellung Tutats für den Ausschuss gestimmt worden sei.

Dirk Tutats Reaktion am Dienstagabend bestand aus einem süffisanten Lachen. Am Mittwoch bezog er schriftlich Stellung. „Ich kann mich nicht erinnern, dass der Ausschuss je nur aus Vorhelmern bestanden hätte“, heißt es darin unter anderem. Tutat sei aktuell nicht das einzige Mitglied, das nicht in Vorhelm wohne. Des Weiteren spreche Richard den 58 Linkswählern das Recht ab, im Ausschuss vertreten zu werden. An dieser Stelle hätte Richard „offensichtlich völlig den Verstand verloren“. Und weiter: „Das ist also die verdrehte Denkweise und das sehr spezielle Demokratieverständnis des Herrn Richard.“

Tutat bescheinigt seinem Rats- und nun auch Ausschusskollegen „unterstes Leismann-Niveau“. Mit dem vorsätzlich falsch dargestellten Dr.-Goebbels-Vergleich werde Stimmung gemacht. „Leute wie Richard, die ihr Fähnchen immer in den Wind hängen und für die Integrität und Rückgrat Fremdwörter sind, die Ignoranz und Gleichgültigkeit gegenüber rechten und rechtspopulistischen Tendenzen zu politischen Prinzipien erheben, haben in politischen Gremien nichts zu suchen“, sagt Tutat, der bei Richard ein „gehöriges Maß an Anmaßung und Arroganz“ sieht.

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