Luciano aus Angola kann wieder laufen
Oberarzt Dr. Hubertus Rustige verabschiedete sich von Luciano. Der angolanische Junge kann nach knapp einem Jahr das St.-Franziskus-Hospital in Ahlen verlassen.

Am 7. November 2014 kam das Kind direkt aus Angola und in Zusammenarbeit mit dem Friedensdorf International Oberhausen in das St.-Franziskus-Hospital Ahlen.

Bei Lucianos Anblick bot sich den Ärzten ein katastrophales erstes Bild. Der rechte Unterschenkel war durch eine chronische Knocheneiterung völlig zerstört. Zahlreiche Fisteln hatten Haut und Muskulatur so schwer geschädigt, dass nur die Abnahme des rechten Beines unterhalb des Kniegelenkes als einzige Möglichkeit blieb. Die Operation und der Heilungsprozess verliefen ohne Probleme.

„Der linke Unterschenkel zeigte ein ähnliches Bild. Hier mussten acht Zentimeter des zerstörten Schienbeinknochens entfernt werden“, erläutert Chefarzt Dr. Thomas Haug. Die Infektion habe sich so beherrschen lassen. Mit einem Kunstgriff sei das Schienbein wiederhergestellt worden.

Über einen Fixateur mit Transportmechanismus wurde das Schienbein knienah durchtrennt und nachfolgend Millimeter für Millimeter der Knochen fußwärts transportiert. Hinter dem transportierten Knochen wuchs neuer Knochen heran, bis das Schienbein wiederhergestellt war. Nun musste der neu entstandene Knochen noch reifen und tragfähig werden.

Im Mai diesen Jahres wurde der Fixateur entfernt. Luciano wurde mit einer Unterschenkelprothese rechts versorgt und ist sehr stolz darauf, da er nun nach fast neun Monaten wieder laufen kann.

Oberarzt Dr. Hubertus Rustige führte alle sechs Operationen bei Luciano durch und war auch sein ständiger Begleiter während der stationären Behandlung. Zwischen beiden entstand eine enge Bindung, ein großer Behandlungserfolg und ein Abschied der besonderen Art. „Wir wünschen Luciano viel Glück auf dem Wege nach Hause und danken allen, die durch ihre Spenden die Behandlung ermöglicht haben“, so Dr. Haug.

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