Mahnwache: Ahlener verurteilen Bluttat
Zu einer sponaten Mahnwache auf dem Dr.-Paul-Rosenbaum-Platz fanden sich am Donnerstagabend rund 100 Ahlener ein. Der rechstextremistische Terroaranschlag in Hanau wurde scharf verurteilt.

Bei dem Verbrechen in Hanau hatte ein 43-Jähriger am Mittwochabend neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen und danach seine Mutter (72) und sich selbst getötet.

Für ein friedliches Miteinander

„Wir dürfen uns das nicht gefallen lassen“, rief Manfred Kreutz (SPD) zum gemeinsamen Handeln auf. „Wir wollen eine bunte Gesellschaft, Vielfalt und ein friedliches Miteinander.“

Bernd Meiwes äußerte tiefe Betroffenheit. „Dass junge Menschen gemütlich beieinander sitzen und dann urplötzlich so aus dem Leben gerissen werden, ist schlimm“, sagte der SPD-Ratsherr. Dabei sei es ihm egal, welcher Nationalität die Opfer angehörten. „Das darf einfach nicht passieren.“

Zusammenhalt wichtig

Meiwes beklagte, dass solche Dinge immer häufiger passierten. „Wir müssen wirklich in Deutschland zusammenhalten, damit das nicht ausufert“, forderte er. Die rechte Gefahr sei ernst. Selbst Kleinigkeiten bei rechten Äußerungen dürften nicht hingenommen werden. „Wir können und werden nicht akzeptieren, wenn jemand menschenverachtende Äußerungen von sich gibt“, unterstrich Meiwes.

„Rassismus jedweder Art ist zu verabscheuen und gehört aus unserer Gesellschaft verbannt“, forderte Serhat Ulusoy. Dabei sollte seiner Meinung nach kein Unterschied zwischen links und rechts gemacht werden, sagte der SPD-Ratsherr. „Das reißt uns sonst auseinander. Und das wollen wir nicht haben“, so Ulusoy.

„Rassismus ist Gift“

Er zitierte auch die Kanzlerin, die gesagt habe „Rassismus ist Gift“. Das sei wirklich so, sagte er. Deshalb müssten alle näher zusammenrücken. „Die Gemeinschaft muss sich füreinander einsetzen. „Nur so haben unsere Kinder eine Chance, dass sie ohne Angst in der Gesellschaft leben können.“

„Wir verurteilen den offensichtlich rassistischen Terroranschlag in Hanau und den ausufernden Hass.“ Fassungslos und zutiefst schockiert zeigte sich Ilkay Danismaz, Vorsitzender des Integrationsrates der Stadt Ahlen, Mitinitiator der Mahnwache. „Den Opfern wünsche ich Gottes Gnade. Den Hinterbliebenen und Familien gilt unsere Trauer und unser Mitgefühl.“

Ein Nazi-Problem

In Deutschland dürfe es nicht geduldet werden, dass solche Attentate verübt würden, so Danismaz. Und erst recht dürfe nicht gesagt werden, das sei jemand gewesen, der psychische Probleme gehabt habe. „Das war keine Kurzschlussreaktion“, war sich Danismaz sicher. Vielmehr sei das ein Nazi-Problem.

Er bedauerte, dass rassistische Aussagen und Denkweisen wieder salonfähig geworden seien. Aus diesem Grund appellierte er dringend an die Politik und die Medien, sich konsequent dem Rassismus und Rechtsextremismus entgegen zu stellen.

Ahlen ist stark und bunt

Froh sei er, dass es so etwas in Ahlen in den vergangenen Jahren nicht gegeben haben. „Nichtsdestotrotz sollten wir klare Kante zeigen und immer in der Öffentlichkeit präsent sein.“ Die Ahlener sollten zeigen, dass Ahlen stark und bunt ist. „Wir tun alles dafür, dass wir hier eine friedliche Gesellschaft haben und das auch so bleibt.

Für Freitagabend, 21. Februar, hat der Ahlener Appell zu einer Mahnwache ab 18 Uhr auf dem Marienplatz aufgerufen. Kerzen sollten mitgebracht werden, heißt es in dem Aufruf.

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