Maskenpflicht im gesamten Stadtgebiet
Ulrich Gösmann
Am Mittwoch war es noch eine Empfehlung, die Maske auf dem Wochenmarkt gar nicht erst abzunehmen. Ab dem heutigen Freitag gilt nun in Ahlen eine generelle Tragepflicht in der Öffentlichkeit.
Ulrich Gösmann

Die Hoffnung auf eine Trendumkehr, die am Mittwoch nach einem leichten Rückgang der Corona-Fallzahlen aufgekeimt war, hat sich zerschlagen. Am Donnerstagvormittag meldete das Kreisgesundheitsamt für Ahlen zunächst wieder auf ei­nen Schlag 18 Neuinfektionen. Ihnen standen zwei Gesundungen gegenüber, so dass die Zahl der akut Erkrankten im Saldo um 16 auf 88 stieg. Kreisweit wurden im Vergleich zum Vortag 28 neue Fälle registriert, der Sieben-Tage-Inzidenzwert betrug 44,3 nach 37,4 am Mittwoch.

Am späten Nachmittag waren aber auch diese Zahlen schon wieder überholt. Per „Eilmeldung“ teilte die Kreis-Pressestelle um 17.50 Uhr mit, dass dem Gesundheitsamt Meldungen von über 40 neuen Coronafällen vorlägen. Der größte Teil der Infektionen betreffe die Stadt Ahlen. Nach Berechnungen des Kreises werde der 50er-Inzidenzwert für den Kreis Warendorf voraussichtlich am Freitag offiziell bestätigt. Dies werde weitere Auswirkungen für das Zusammentreffen im öffentlichen Raum, private Feiern und das Reisen haben, und zwar für alle kreisangehörigen Städte und Gemeinden. Die Kreisverwaltung werde der Öffentlichkeit im Laufe des Freitags die konkreten Auswirkungen der Einstufungen als „Risikogebiet“ erläutern.

Für das Stadtgebiet von Ahlen werden die Corona-Regeln bereits ab sofort deutlich verschärft. Eine eng mit dem Krisenstab des Kreises Warendorf und dem Gesundheitsamt abgestimmte Allgemeinverfügung der Verwaltung geht über die Coronaschutzverordnung des Landes und über die für den ganzen Kreis bereits bestehenden Einschränkungen deutlich hinaus. Die Verfügung gilt zunächst bis zum 29. Oktober.

„Fast 60 Prozent aller akut infizierten Menschen im Kreis wohnen in Ahlen“, sagt Landrat Dr. Olaf Gericke. „Dagegen gibt es in den meisten anderen Orten im Kreisgebiet vergleichsweise wenige oder sogar gar keine Neuinfektionen. Wir müssen also dort, wo es besonders erforderlich ist, die Bevölkerung, insbesondere die Alten und Schwachen, schützen. Das geht am besten, wenn Kontakte reduziert und insbesondere aufs Feiern möglichst ganz verzichtet wird.“

Die neuen strengeren Regeln für Ahlen im Überblick:

„Wir hoffen, dass die strengeren Maßnahmen und die Vernunft der Bürger dazu beitragen, dass die hohe Zahl an Neuinfektionen in unserer Stadt zurückgeht“, erklärte Bürgermeister Dr. Alexander Berger. Zusammen mit dem Kreisgesundheitsamt bittet er die Bürger dringend darum, die vorübergehenden Einschränkungen zu beachten. „Jeder kann und muss durch sein Verhalten dazu beitragen, dass sich das Virus nicht weiter bei uns ausbreitet.“

von Peter Harke

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