Maskierter bedroht Angestellte mit Waffe
Bild: Jotzeit
Geschockt sind Antonio Montoya (l.) und Domingo Arocha nach dem Überfall auf das Las Tapas am Marktplatz. Mit einer Unterschriftenaktion will der Gastwirt nun gegen die Nachtabschaltung mobil machen.
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Gegen 2 Uhr habe er kurz nach Geschäftsschluss die Tische im Außenbereich abgeräumt und gerade die Tür des Lokals abschließen wollen, berichtet der 30-jährige Spanier Domingo Arocha, der seit Februar im Las Tapas arbeitet, im Gespräch mit dem „AT“. In diesem Moment habe plötzlich ein maskierter Mann mit einer schwarzen Waffe vor ihm gestanden und die Herausgabe von Bargeld gefordert.

„In meinem Leben habe ich schon Probleme gehabt“, räumt der Angestellte ein, doch noch nie sei er mit einer Waffe vor den Augen bedroht worden. „Und die Pistole sah echt aus“, ergänzt er.

Gemäß der Anweisung seines Chefs Antonio Montoya, der selbst nicht in der Gaststätte gewesen sei, habe er dem Räuber sofort sein Kellner-Portemonnaie mit Geld ausgehändigt. Das habe dem Räuber wohl nicht gereicht. Und so habe er noch die Kasse hinter dem Tresen öffnen müssen. „Doch die war zu diesem Zeitpunkt schon leer“, so Arocha. Direkt danach sei der Räuber geflüchtet.

Wenige Minuten später war die sofort alarmierte Polizei vor Ort. Doch die eingeleitete Fahndung blieb erfolglos. Laut der Zeugenaussagen trug der Kriminelle schwarze Kleidung, eine schwarze Sturmhaube und schwarze Handschuhe. Er hatte dunkle Augen, eine zierliche Figur und war etwa 1,70 Meter groß.

Personen, die Hinweise zu dem gesuchten Räuber geben können oder Verdächtiges beobachtet haben, können sich an die Polizei in Ahlen, Telefon 02382/9650, wenden.

„Nachtabschaltung ist ein Unding“

Las-Tapas-Chef Antonio Montoya ist sauer auf die Verwaltung und die Politik. Seiner Meinung nach trägt die Nachtabschaltung Mitschuld an dem Überfall auf sein Lokal. „Ab 1 Uhr ist es auf dem Marktplatz stockdunkel“, sagt er. Für Kriminelle seien das geradezu ideale Bedingungen, um zuzuschlagen. Der Raubüberfall sei dafür seiner Meinung nach ein Beleg.

Ausnahmsweise hätten an dem Abend sieben Gäste bei dem sommerlichen Wetter etwas länger in seinem Restaurant verweilt. „Kaum war das Taxi mit ihnen losgefahren, stand der Typ mit der Waffe vor meinem Angestellten“, sagt er. Für ihn steht daher fest: „Der hat im Dunklen gewartet.“

Auch wenn bei dem Überfall keiner seiner beiden Angestellten direkt zu Schaden gekommen sei, ist für Montoya die Nachtabschaltung ein Unding. Zumal er sich auch Sorgen macht, wenn seine weiblichen Mitarbeiter nachts noch im Düstern nach Hause fahren müssen. „Man fühlt sich einfach nicht mehr sicher und lebt in Angst in Ahlen“, schlussfolgert er.

Aktiv geworden ist Montoya auch bei Facebook. „Was muss eigentlich noch passieren, bevor ihr das einseht“, hat er in dem sozialen Netzwerk gepostet, und damit große Resonanz erfahren. Breite Zustimmung ist ihm dort auch für seine Idee signalisiert worden, Unterschriftenlisten auszulegen und damit eine sofortige Einstellung der Nachtabschaltung zu fordern. Wer sich an der Aktion beteiligen will, kann sich direkt mit Montoya unter Telefon 0170/3129133 in Verbindung setzen.

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