Mega Zeugnis-Marathon bis kurz vor Mitternacht
Ulrich Gösmann
Mit Tisch und Stuhl im Freien: Markus Mähler, Beratungslehrer am Städtischen Gymnasium, übergibt am Lindensportplatz die Zeugnisse.
Ulrich Gösmann

Sportlich, sportlich! Am Städtischen Gymnasium bringt es der Zeugnis-Marathon am Mittwoch auf nie dagewesene 14 Stunden. Verschnaufpausen eingerechnet. Start auf dem Lindensportplatz, Abi-Finale kurz vor Mitternacht in der Aula. „Lockdown light“ setzt die Latte schulischer Herausforderungen auf den letzten Metern noch einmal höher. Zur Belohnung geht es mit zwei Extratagen sonnig vorweg in die Sommerferien.

„Was?!“, dachte auch Dr. Anne Giebel, stellvertretende Leiterin des Städtischen Gymnasiums, als sie am späten Dienstagnachmittag vom vorgezogenen Schuljahresschluss auch für Ahlen erfuhr. Auf zwei Tage waren die Termine getaktet. Über Nacht wurde daraus einer mit einem 14-stündigen Übergabe-Marathon im 15-Minuten-Rhythmus. Pädagoge Bernd Buntenkötter hatte am Vorabend via IServe 140 Schüler der Stufen 8 und 9 mobilisiert. Die wären sonst erst einen Tag später eigens zur Übergabe gekommen. Doch siehe da: Bis auf drei sind alle vorzeitig auf dem Lindensportplatz.

Die Stufen 5, 6 und 7 schauen – ganz nach Plan – in den Mittagsstunden kurz in ihre Klassenzimmer, um sich ihre Jahresabschlussnoten abzuholen. Derweil stecken fünf Abiturienten noch bis 16 Uhr in ihren Nachprüfungen. Geduscht und umgezogen kehren sie am Abend zurück in die Aula, um in drei kleinen Runden die Abi-Zeugnisse in Empfang zu nehmen. Englisch- und Pädagogik-Leistungskurse machen eine Viertelstunde vor Mitternacht das Licht aus. Bis dahin haben Schulleiter Meinolf Thiemann und Vize Dr. Anne Giebel dreimal wegweisende Worte gesprochen. Die vom Bürgermeister gibt‘s diesmal schriftlich.

War‘s das? Noch nicht ganz. Die freien Nachmittagsstunden füllen die neuen Fünftklässler, ebenfalls in Kleingruppen. Ihre Eltern lernen die IServe-Kommunikation kennen, die angehenden Gymnasiasten ihre Klassenlehrer.

Geradezu familiär die Atmosphäre am Vormittag in der Barbaraschule. „Die Zeugnisse waren alle fertiggeschrieben“, sagt Grundschulleiterin Sabine Hartmeier. Wer zwei Corona-positiv-Fälle verdaut hat, den kann auch der Wegfall der letzten beiden Schultage nicht mehr aus dem Gleichgewicht bringen. In der 1b funkeln Augen bei der Übergabe der allerersten Zeugnisse. Irmgard Kchiwonus und Anke Aurelia Gummich geben ihren Schülern persönliche Worte mit in die Ferien. „Gut gemacht.“ – „Klasse!“ – „Ein sehr schönes Zeugnis.“ Ein Kompliment müssen die Pädagoginnen noch an die Eltern loswerden, die die Arbeit in der Corona-Zeit so toll unterstützt hätten.

Mit dem Gong nach der vierten Stunde ist das Signal für die großen Sommerferien gegeben, in denen es an die Nord- und Ostsee geht, in die Türkei oder – für Bea – mit dem Wohnwagen zum „kleinen Wolf“.

von Ulrich Gösmann

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