Meiwes: „Blühflächen werden hektarweise vernichtet“
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Mit dem Mäher lang dran runter: Karl-Heinz Meiwes hat mit dem Handy festgehalten, was für ihn keinen Sinn ergibt – und Blühfläche vernichtet.
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Nichts mehr mit „Bienchen summ“. Anderswo würden mühsam kleine Blühoasen angelegt. „Auf der Zeche werden sie großflächig beseitigt“, ärgert sich Karl-Heinz Meiwes.

Mit dem Handy dokumentierte der Genosse und ehemalige Kumpel, was er am Montag auf seiner „Westfalen“-Runde selbst nicht glauben wollte. Zumal am Morgen die Blühwiesen-Offensive der Stadt mit ihren 26 Standorten wohlklingend in der Zeitung gestanden habe. Explizit waren auch technische Einrichtungen wie Regen- und Hochwasserrückhaltebecken genannt worden, die jetzt unter dem Aspekt überprüft würden, ob sie als weitere Flächen in Frage kommen.

„Mit Mühe werden auf der einen Seite einige Quadratmeter Blühwiese neu geschaffen“, sagt der Vize-Bürgermeister. „Auf der Zeche werden vorhandene Blühflächen hektarweise vernichtet. Ich verstehe den Sinn nicht.“ Das Regenrückhaltebecken könne nicht der Grund sein, weil es noch nie nass gewesen sei. „Seine Funktionsfähigkeit ist niemals in Gefahr gewesen“, betont der Zechenkenner. An die Adresse der Stadt geht seine Aufforderung, Daueraufträge zu überprüfen. Möglicherweise gebe es einen Automatismus, der nicht mehr passe.

Stadtsprecher Frank Merschhaus unterstreicht auf Redaktionsanfrage den so wichtigen Hoch- und Regenwasserschutz in Wersenähe. „Die Firma Kley hat das Gras an den Regenrückhaltebecken gemäht. Das ist regelmäßig notwendig, um deren einwandfreie Funktion sicherzustellen“, so Merschhaus. Eine Blühwiese gebe es auch auf dem Zechengelände. „Sie ist mit dem städtischen Blühwiesen-Logo gekennzeichnet und erfreut Insekten wie Menschen zwischen Shim Sham und Fördergerüst.“

von Ulrich Gösmann

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