Menschen auf der Suche nach einer Heimat
Bild: Voss-Loermann
Zum Kunstprojekt „angekommen…“ in der Familienbildungsstätte in Ahlen treffen sich (v. l.): Asmekom Mehreteab, Beate Metzinger, Lars Koenig, Lisa Wieland, Angelina Veit, Amanda Siekaup, Manfred Brückner und Sabine Etterich. Sie präsentieren das 16-teilige Gemeinschaftswerk.
Bild: Voss-Loermann

Seit dem 23. November hatte der Künstler, unterstützt vom Caritasverband für das Dekanat Ahlen sowie der FBS, das Kunstprojekt begleitet, das für Menschen, die ihre Heimat verlassen haben und solche, die in Ahlen und Umgebung zuhause sind (das „AT“ berichtete) konzipiert wurde. Unter verschiedenen Aspekten habe man sich dem Thema genähert. Jeder der Teilnehmer habe zunächst seinen eigenen Entwurf gemacht. Gemeinsam habe man sich im Laufe der Treffen dem nun fast fertigen Ergebnis genähert.

Denn auf dem Boden ausgebreitet, zeigen die 16 Fragmente, die zusammengesetzt das Bild einer Menschengruppe ergeben, schemenhafte Gestalten auf der Suche nach einer Heimat. Oder haben sie sie gar schon gefunden? Viele Deutungen lassen die einzelnen Segmente zu, die, betrachtet man sie isoliert, jedes für sich ein abstraktes Bild zeigen. Erst wie im Puzzle zusammengefügt ersteht vor dem Betrachter ein Bild der Gemeinsamkeit, das dem Thema der beiden christlichen Sponsoren, Caritas und FBS, der Nächstenliebe Raum gibt.

Ganz bewusst, so Brückner, habe man außer Farbe auch Stücke von Pappe eingesetzt. Pappe habe bei der Flucht eine große Bedeutung. Sie diene als vorübergehender Schutz in Ermangelung eines Hauses, in Form von Kartons werden in Pappe die wenigen Habseligkeiten auf dem Weg aus der Heimat mitgenommen. Gemeinsam haben die neun Teilnehmer ein Bild aus 16 Einzelteilen gestaltet, das sich in Form einer beeindruckenden Collage aus Lack- und Acrylfarben sowie Pappe und Papierfetzen aus Zeitungen ganz auf den Menschen fokussiert.

Teilgenommen an dem Projekt, dessen letzter Teil am Montag die Fertigstellung der Wandinstallation zum Ziel hatte, haben Menschen aus Eritrea, Kroatien, Kasachstan, aber auch aus Ahlen und Ennigerloh. In Zeiten großer Fluchtbewegungen, betonte Angelina Veit vom Caritasverband, sei das Thema Heimat so groß, dass auch die Caritas es zum Jahresthema erkoren habe.

Jetzt suche auch das Bild seine Heimat, sagte FBS-Leiter Lars Koenig. An Januar werde es in der FBS auf einer eigens konstruierten Staffelei präsentiert, bevor es seinen endgültigen Platz findet.

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