„Mitgenommen“ von Zuständen im Heim
Bild: Werner

Der Ahlener Sozialausschuss hat sich ein Bild vom Asylbewerberheim am Hermesweg in Dolberg gemacht. Das Bild zeigt die Vorsitzende des Fördervereins für Flüchtlinge, Angelika Knöpker (2. v. l.) und Lena Leberl (Stadtverwaltung, r.) mit Flüchtlingen.

Bild: Werner

Rita Pöppinghaus-Voss (CDU) zeigte sich anschließend im Sitzungsraum der Mehrzweckhalle „mitgenommen“ von dem, was sie gesehen habe. Harald Krämer (SPD) erinnerte indes an Bilder von Flüchtlingsschiffen und Zeltstädten, wo man von Einzelzimmern weit entfernt sei. Der Unterkunft in Dolberg bescheinigte er: „Sie können da wohnen. Die haben’s warm und kriegen zu essen.“

Norbert Ostermann (Bündnis 90/Die Grünen) nahm das Wort „Pferdebox“ nochmals auf, das zuvor Angelika Knöpker, Vorsitzende des Fördervereins für Flüchtlinge, gebraucht hatte. Gemeint war damit das Zimmer Nummer 7 im 114 Jahre alten Haupthaus. Dort, in einem schlauchartigen Raum, stehen sechs Betten: drei Stockbetten eng aneinander, dazu ein kleiner Schreibtisch. Viel Licht und Luft fällt durch das einzige Fenster nicht. Ostermann: „Das Zimmer ist dunkel und äußerst eng.“ Untergebracht seien dort Afrikaner. Und gerade diese fühlten sich besonders vernachlässigt. Nicht alle Ausschussmitglieder haben dieses Zimmer gesehen, nicht alle haben den jungen Afrikaner gehört, der mit etwas Zorn in der Stimme in einem Kauderwelsch aus Sprachen auf die Probleme der Schwarzen aufmerksam machen wollte.

„Mein Ziel ist, die Zahl 100 nicht zu überschreiten“, erläuterte Thomas Schürmeyer (Gruppenleiter bei der Stadtverwaltung) im Hinblick auf die derzeit 140 in dem Asylbeweberheim lebenden Menschen. Genehmigt seien sogar 164 Plätze für das Heim am Hermesweg. Doch dazu müsse man möglichst schnell Wohnungen finden – und Helfer, denn Hauswart Axel Kehne könne die Umzüge nicht allein bewältigen. Von Angelika Knöpker kam hier die Anregung, Bufdis einzuspannen. Auch würden Asylbewerber darauf brennen, Ein-Euro-Jobs zu ergattern.

Dass Familien eine eigene Wohnung bekommen, ist in Ahlen offensichtlich weniger das Problem. Schlechter sieht es offenbar bei alleinstehenden jungen Männern aus, um die man sich, so Schürmeyer, kümmern wolle. Um die Lage in Dolberg zu entspannen, schlug Knöpker die Bodelschwinghschule in Ahlen mit großen, hellen Zimmern zur Unterbringung von Flüchtlingen vor. Dass die Fördervereinsvorsitzende „manchmal unbequem im Ton“ sei, gefiel Dr. Walter Ide (FDP): „Das tut der Sache gut.“

Mehr im „AT“ vom 28. Januar!

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